Wer genau aufgepasst hat weiß, dass ich euch diesen Beitrag schon am 2. Januar versprochen habe. Es geht heute um Punkt 7 meiner Löffelliste: Dankbarkeit empfinden. Am Anfang des Jahres habe ich geplant, von meiner langen Liste diesen Punkt als Erstes anzugehen. Dann hat das Leben zugeschlagen und ich habe seit dem Beiträge zu anderen Themen verfasst, die mich in dem jeweiligen Moment mehr beschäftigt haben. Das passiert und ich bin froh, dass ich dem nachgehen konnte. 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Heute erzähle ich euch, warum ich mit der Dankbarkeit beginne und wie ich mir selbst beibringen will, Dankbarkeit zu empfinden.

Doch bevor wir uns an das Wie machen, möchte ich auf das Warum eingehen. Dazu beantworte ich zum Punkt 7 “Dankbarkeit empfinden” die Fragen, wie ihr es auch schon von Punkt 5 kennt

Warum

Warum will ich mir diesen Wunsch erfüllen?

Objektiv betrachtet ist mein Leben fantastisch: Ich habe großartige Freunde, einen guten Arbeitgeber, einen tollen Job, eine schöne Wohnung, ein schickes Auto. Ich habe genug Freizeit um mich mit meinen vielfältigen Interessen zu beschäftigen und mich neben dem Beruf fortzubilden. Ich muss mir finanziell keine Sorgen machen. Lediglich bei der Gesundheit und in der Liebe würde ich Abstriche machen. Doch selbst in diesen Lebensbereichen, so muss ich mir eingestehen, klage ich auf sehr hohem Niveau. 

Warum bin ich trotzdem nicht glücklich? Da ist der Perfektionismus. Ja, ich gebe es zu: Ich will in allen Lebensbereichen eine 10 von 10. Doch in den letzten Wochen ist mir noch etwas anderes klar geworden: Ich bin undankbar. 

Welches Erlebnis und welche Erfahrung verspreche ich mir davon?

All die schönen Dinge sind für mich selbstverständlich und präsent sind mir häufig nur die negativen Aspekte. Wenn etwas schlechtes passiert, kann ich mich daran stundenlang aufhängen. Passiert etwas Schönes, ist es schon nach kurzer Zeit vergessen; falls ich es überhaupt als etwas Besonderes wahrgenommen habe. 

Für 2019 habe ich mir viel vorgenommen. Ich will mir selbst eine Reihe von Wünschen erfüllen. Ich will Großartiges erleben. Doch was nützt das alles, wenn ich nicht in der Lage bin, die schönen Momente auch wahrzunehmen und zu genießen? 

Was will ich dadurch lernen?

Deshalb will ich lernen, Dankbarkeit zu empfinden. Nicht nur bei einer Reflexion in der ich mein Leben analysiere und feststelle, dass es gut läuft; sondern vor allem im Moment. Wenn ich die Welle reite, mit Freunden feiere, ein gutes Buch lese, tiefgründige Gespräche führe, ein leckeres Gericht esse, etwas völlig Neues ausprobiere: In diesen Momenten will ich die Dankbarkeit tief in mir drin spüren und wahres Glück empfinden. 

Ich will zwei Dinge lernen:

  • die großen Dinge im Leben – nicht mehr für selbstverständlich erachten, wofür ich dankbar sein kann
  • die kleinen Dinge im Leben – im Alltag Glück empfinden für die vielen Dinge, die mein Leben lebenswert machen

Wieso ist das wichtig für meine Vorstellung von einem erfüllten Leben?

Wenn ich das nicht lerne, so fürchte ich, werde ich am Ende von 2019 auf meine Löffelliste schauen und jede Menge Häkchen sehen. Doch werde ich dann glücklicher sein? Oder geht es 2020 mit der nächsten Liste weiter? Bleibt mein Leben die Jagd nach dem nächsten Erfolg, dem nächsten Erlebnis, dem nächsten flüchtigen Glück? Ich denke schon. Deshalb will ich lernen Dankbarkeit zu empfinden. Es ist für mich die Basis. Ohne Dankbarkeit, so bin ich überzeugt, werde ich nie glücklich sein. 

Da Dankbarkeit für mich die Basis auf dem Weg in ein glücklicheres Leben darstellt, ist es (nach diesem Blog) auch das erste auf der Liste, das ich angehe. 

Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück

Dankbarkeit macht glücklich. Glaubt nicht mir, lest es bei Harvard Health selbst nach. Die Forschung der positiven Psychologie konnte viele positive Effekte bestätigen. Das Praktizieren von Dankbarkeit – wie ich hier sowohl das Empfinden als auch den Ausdruck dessen zusammenfassen möchte – kann die Laune und die Gesundheit verbessern, die Lebensfreude steigern und beim Aufbau stärkerer Beziehungen helfen. 

Das klingt doch fantastisch! Leider ist mir das nicht in die Wiege gelegt worden, wie ich eingangs schon beschrieben habe. Was also soll ich machen? Gute Neuigkeiten: Dankbarkeit kann man lernen. 

Wie

Am Anfang war das Journal…

In dem oben erwähnten Beitrag werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, mit denen man Dankbarkeit kultivieren kann. 

  • Danksagung schreiben
  • in Gedanken ausdrücken
  • Dankbarkeitstagebuch führen
  • Wöchentlich reflektieren
  • Beten
  • Meditation

Ganz wichtig erscheint mir ein Detail, auf welches der Artikel nicht eingeht: Welchen Weg ihr auch wählt, es reicht nicht, rational Momente oder Dinge zu identifizieren, für die man dankbar sein könnte / müsste / sollte. Fühlt die Dankbarkeit tief in euch drin, geht in den Moment und erlebt ihn erneut. Ebenso denke ich, dass es eine Sache ist, jemandem einen Brief zu schreiben, aber eine völlig andere – weil emotionalere – diesen Brief persönlich vorzutragen. Oder direkt frei aus dem Herzen jemandem seinen Dank auszudrücken.  

Fest steht für mich: Dankbarkeit kann man lernen und üben. In diesem Beitrag auf myMONK geht die Autorin darauf ein, wie sich durch das Praktizieren von Dankbarkeit die Funktionsweise unseres Gehirns nachhaltig dahingegend verbessern kann, dass wir Dankbarkeit nicht nur in Zeiten der Reflexion sondern direkt im Moment erleben.

Genau das ist mein Ziel. Los geht’s!

Zunächst habe ich über ein Dankbarkeitstagebuch nachgedacht. Ich schreibe ohnehin Tagebuch und hätte dies dort gut ergänzen können. Doch eine Freundin hat mich auf eine Idee gebracht, die ich noch schöner fand. Danke dir an dieser Stelle, liebe Susanne!

…dann kam das Glas…

Susanne verwendet ein Glas um Dankbarkeit zu praktizieren. Sie schreibt auf kleine Zettelchen all die Dinge, für die sie dankbar ist. Zu Sylvester kann sie sich die Zettelchen durchlesen und so ein Jahr voller glücklicher Momente noch einmal erleben. So habe ich zum Jahreswechsel auch von ihrem Ritual erfahren.

Diese Idee fand ich ganz zauberhaft. Ihr findet hier auch einen Beitrag, der über ein ähnliches Vorgehen berichtet. Dort seht ihr auch, wie so ein Glas in der Praxis aussehen kann. 

Ich habe einem Freund von mir zu Beginn des Jahres davon erzählt. Er hatte auch gerade auf Facebook etwas ähnliches gesehen und war direkt begeistert. Wir beschlossen beide, das Glas in unser Leben zu integrieren. 

…und schließlich das nächste Level

Einmal im Jahr kam uns zu selten vor. Wäre es nicht schöner, die Glücksmomente häufiger zu genießen als einmal im Jahr? Wie wäre einmal im Monat?

Wo wir schon zu zweit waren kam uns noch eine weitere Idee: Wenn wir uns treffen würden um uns gegenseitig die schönsten Erlebnisse der letzten Wochen vorzulesen, könnten wir die Dankbarkeit vielleicht noch stärker fühlen. Wir könnten den anderen an unserem Glück teilhaben lassen und gleich doppelt so viel Dankbarkeit empfinden. 

Ein Plan war geboren. Wir schreiben seit dem regelmäßig (er wöchentlich, ich täglich) unsere Zettelchen und sammeln diese in einem Glas. Einmal im Monat wollen wir uns treffen und diese gemeinsam durchgehen. Gefeiert wird dann mit einem Level Up, einem Cocktail in unserer Lieblings-Gamer-Kneipe. Das erste Mal dann also in 1-2 Wochen. 

Tatsächlich kann ich jetzt schon spüren, wie ich im Alltag aufmerksamer für die vielen kleinen Dinge werde. Wenn ich abends etwas auf den kleinen Zettel schreibe, wird mir bewusst, wie schön mein Leben ist. Allein für diesen Moment bin ich schon dankbar, denn spontan im Alltag das Glück zu empfinden, das gelingt mir noch nicht. Ich halte euch auf dem Laufenden, wie das mit mir und der Dankbarkeit weiter geht. 

Wollt ihr, dass ich die Highlights jeden Monats mit euch teile?

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr dankbar für die kleinen und großen Dinge des Lebens? Führt ihr ein Dankbarkeitstagebuch, habt ihr ein Wunderglas oder ein anderes Ritual in dem ihr eure Dankbarkeit ausdrückt?

Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare. 

Gute Reise uns allen!

Eure Christina

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14 Comments

  1. Schöner Beitrag! Dann will ich mal als der Freund, der das Vorhaben mit dir begleitet, auch mal meinen Fortschritt zum Thema Dankbarkeit mitteilen.
    Seit ich angefangen habe, darauf zu achten, was es denn als “schönes Erlebnis” am jeweiligen Tag für das Wunderglas zu sammeln gibt, gehe ich anders durch den Tag – ich würde sagen achtsamer.
    Mir fallen mittlerweile kleinere Dinge auf, die mich – wenn auch nur einen Moment – glücklich machen (z.B. ein guter Song auf den Ohren). Auch die absoluten Highlights der Woche empfinde ich momentan intensiver d.h. ich kann mich noch länger von der positiven Energie beflügeln lassen. Am Ende der Woche schaue ich dann, was ich so gesammelt habe und mache damit ein Review meiner Woche, natürlich nur die positiven Dinge.
    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und welche Stufen der Dankbarkeit ich noch erreichen werde.

    1. Hi Tobi, wow, das ist ja der Hammer! Ich freue mich so sehr, dass du schon erste Veränderungen spüren kannst. Danke dir fürs Teilen! Ich bin so gespannt auf unser erstes Level Up. 🙂

  2. Ich würde gern die Dankbarkeits Highlights der jeweiligen Monate lesen 🙂 ich muss das auf jeden Fall auch wieder mehr integrieren. Was du über den Moment erleben statt Rationalisierung geschrieben hast berührt mich auch sehr und ich denke das war bisher mein Problem. Ich bin zu rational 😀

      1. Ich finde mehr Details gut aber das ist natuerlich deine Entscheidung. Am Ende schreibst du die Zettel dann moeglicherweise bereits in der Absicht sie spaeter auf dem Blog zu posten und das waere dann auch am Sinn vorbei. Also mach einfach wie es fuer dich am besten passt.

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