Heute gibt es in Sachen Dankbarkeit nicht nur die Rückschau für den April. Ich teile mit dir meine Erfahrungen der letzten vier Monate bezüglich des Vorgehens in der Kultivierung von Dankbarkeit. Diese haben mir gezeigt, dass es Zeit wird für ein paar Anpassungen und deshalb gibt es heute auch ein Update zum Vorgehen selbst. 

Wie du Dankbarkeit kultivieren kannst

In meinem ersten Beitrag zum Thema habe ich beschrieben, wie ich das Kultivieren von Dankbarkeit angegangen bin. Nach vier Monaten habe ich mich kürzlich vom Wunderglas verabschiedet. Bis dato habe ich jeden Tag auf einen kleinen Zettel eine Sache geschrieben, für die ich an dem jeweiligen Tag dankbar war. Einmal im Monat habe ich mich mit meinem Freund Tobi getroffen und wir haben unsere Highlights ausgetauscht. Zur Vorbereitung dieses Treffens habe ich die Zettel aus dem Glas geholt und alle Punkte chronologisch in mein Bullet Journal geschrieben. Das Ergebnis ist vergleichbar mit einem Dankbarkeitstagebuch.

In den ersten Monaten habe ich das doppelte Aufschreiben – einmal am Tag selbst und dann in der monatlichen Rückschau – sehr geschätzt. Dadurch habe ich mir die schönen Dinge des Lebens bewusst gemacht. Beim Übertrag in das Bullet Journal habe ich erneut die tiefe Dankbarkeit empfunden und in Erinnerungen geschwelgt. 

Die Rückschau selbst will ich auch nicht aufgeben. Mir ist in den letzten Monaten jedoch bewusst geworden, dass ich durch das Treffen mit meinem Freund und auch durch das Bloggen bereits mehrere Gelegenheiten habe, die Dankbarkeit erneut aufleben zu lassen. 

Das Wunderglas hat sich für mich zudem als unpraktisch erwiesen, da ich oft nicht zu Hause bin. Deshalb erscheint es mir einfacher, die Punkte direkt in meinem Bullet Journal festzuhalten. Dieses habe ich immer dabei, egal wo es hingeht, und somit eignet sich dieses Vorgehen viel besser.  Da ich auf die kleinen Zettel verzichte, schone ich damit zudem die Umwelt. Win-Win. 

Wofür ich im April dankbar war

Bist du bereit, statt den Rückschlägen künftig die Chancen und Möglichkeiten zu sehen? Nimmst du neben den großen Veränderungen auch die kleinen Geschenke des Alltags zur Kenntnis?

Sehr gerne teile ich heute meine Highlights aus dem Dankbarkeitstagebuch April mit dir. Vielleicht inspirieren dich diese Punkte, sodass du in deinem eigenen Leben die wertvollen Erfahrungen stärker wahrnimmst und ebenfalls mehr Dankbarkeit empfindest. Häufig ist Glück nämlich nur eine Frage des Bewusstseins. Wir alle machen jeden Tag gute und schlechte Erfahrungen. Meine Überzeugung ist es, dass allein unsere Einstellung darüber entscheidet, was und wie wir wahrnehmen. 

Ich entscheide mich für das Glück. Und du?

Wie in meinem letzten Beitrag aus dem Bereich Dankbarkeit fasse ich die Highlights wieder unter größeren Begriffen zusammen. So kannst du direkt zu den Themen springen, die dich ebenfalls interessieren. 

Beruf, Karriere und Existenzängste

Im April habe ich mich endlich dazu durch gerungen, meinen aktuellen Job zu kündigen. Es war ein langer Weg dahin. Im letzten Jahr hat es sich über den Spätsommer eingeschlichen, dass mir meine Tätigkeit zunehmend keinen Spaß mehr gemacht hat. Ich hatte zu viele Aufgaben, sodass ich diesen nicht gerecht werden konnte. Mein Qualitätsanspruch ist sehr hoch und ich habe mich bemüht, trotz der hohen Belastung gute Arbeit abzuliefern. Doch das wurde zunehmend schwieriger. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass mein Einsatz nicht wertgeschätzt wird. Diese Kombination hat mich über Wochen und Monate stetig mürbe gemacht. Im vergangenen Winter kam dann erstmals der Gedanke auf, meinen Job aufzugeben und mich neu zu orientieren.

Bis zur tatsächlichen Kündigung ist dann noch ein halbes Jahr vergangen. Das liegt in erster Linie an den hervorragenden Kollegen, zu denen ich größtenteils ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut habe. Es macht Spaß mit sehr kompetenten Kollegen zusammen an Projekten zu arbeiten und dann mit eben diesen Menschen bei einem Bier das Wochenende einzuläuten. Der schönste Zusammenhalt nützt jedoch nichts, wenn ich die meiste Zeit alleine an meinem Laptop arbeite und unzufrieden mit den Aufgaben und meinem direkten Umfeld bin. So habe ich mich schweren Herzens für eine Kündigung entschieden.

Ich bin dankbar für den Mut, diesen Schritt zu gehen. In den letzten Jahren habe ich viel Erfahrung am deutschen Arbeitsmarkt gesammelt. Während dieser Zeit habe ich gelernt, dass ich im zweifelsfrei recht schnell einen neuen, festen Job finden kann. Dies ist aktuell nicht meine Idee, jedoch hilft mir dieses Wissen dabei, einen Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Weiterhin bestärkt mich eine Reihe von positivem Feedback, welches ich nach der Bekanntgabe meiner Entscheidung erhalten habe. Meine Arbeitskollegen, sowohl im Team, in der Abteilung, im Projekt als auch aus völlig anderen Bereichen des Unternehmens wollen mich nicht so recht gehen lassen. Das macht mir den Abschied noch schwerer, ist jedoch ein wahnsinnig tolles Feedback. In dem Unternehmen, für das ich heute noch tätig bin, konnte ich zum ersten Mal so richtig ich selbst sein. Ich konnte authentisch sein, stets meine Meinung vorbringen und wurde für meine Art geschätzt, sodass ich mich ideal entfalten konnte. Ich habe mich die meiste Zeit sehr wohlgefühlt und es dadurch geschafft, mir firmenweit ein Netzwerk aufzubauen. Für diese Chance bin ich überaus dankbar.

Dennoch bin ich froh, meine Entscheidung getroffen zu haben. Das Wissen, dass ich bestimmte Aufgaben in sehr naher Zukunft nicht mehr übernehmen muss, weckt in mir ein befreiendes Gefühl. Mir fällt dadurch eine sehr große Last von den Schultern. Freiheit ist für mich neben der Liebe das höchste Gut und daher konnte ich nur diese Entscheidung treffen. Ich bin froh, dass ich den Mut dazu aufbringen konnte. Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich auch entsprechend seiner Wertvorstellungen verhält. Und natürlich will ich dir eines nicht vorenthalten: Ich habe große Angst, was aus mir werden soll und welche Folgen sich für mein Leben daraus ergeben werden. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist, trotz der Angst zu handeln. 

Bücher und neue Rezeptideen

Seit bald einem halben Jahr habe ich mich mit diesem Blog dem Schreiben verpflichtet. Nein, ich möchte sagen, das Schreiben ist zu einem Hobby von mir geworden. Mir war nicht klar, dass das passieren würde. Ich bin ursprünglich davon ausgegangen, dass ich in diesem Blog nur kurz und knapp von dem Fortschritt in meinem Projekt Zwölf Dinge berichte, doch mittlerweile möchte ich das Schreiben gar nicht mehr missen. Ich stecke leidenschaftlich gern viel Zeit in die einzelnen Beiträge. Jedes Mal, wenn ich einen neuen Beitrag veröffentliche, freue ich mich darüber; egal ob er nun von 10 Leuten aufgerufen wird oder von über 300.

In den letzten Wochen wurden Kindheitserinnerungen an Zeiten, in denen ich ebenfalls viel geschrieben habe, wach. Soweit ich mich erinnere, hatte ich oft Stift und Papier zur Hand. In der Grundschule habe ich bereits angefangen mir eigene Geschichten auszudenken. Ich hatte eine Schreibmaschine und später schrieb ich am PC. Die letzten Wochen haben dazu beigetragen, dass ich mich wieder mehr mit diesem Interesse aus Kindheit und Jugend verbunden fühle. Das erfüllt mich mit großer Freude.

Eine weitere Leidenschaft, die ich über das Teil-Projekt Zwölf Bücher wiederentdeckt habe, ist das Lesen. Schreiben und Lesen lassen sich für mich zu einer großen Leidenschaft zusammen fassen: Bücher. Auch diese Tatsache ist in den letzten Jahren untergegangen, doch ich liebe Bücher. Wenn ich sehe, dass jemand eine große Bibliothek in seinem Haus hat, geht mir das Herz auf. Ein Bücherregal und ein Sessel zum Lesen daneben und ich möchte mich direkt niederlassen. Am Flughafen lassen mich alle Duty-Free-Geschäfte kalt, doch der Buchhandlung kann ich nicht widerstehen. Wenn ich unterwegs eine Station zum Tauschen von Büchern sehe, kann ich daran nicht vorbeigehen. Gern erinnere ich mich an die Zeit in der Bibliothek meiner Universität, in der ich stets das Gefühl hatte, hier den Zugang zu endlosem Wissen zu haben. Jetzt ist es so offenbar, dass ich mir nicht erklären kann, wie die Leidenschaft für Bücher in den letzten Jahren untergehen konnte.

Im Büro haben wir einige Bücherregale an der Wand. Man kann ein Buch hineinstellen und dafür ein anderes mitnehmen. Jedes Mal, wenn ich vorbeigehe, schaue ich, ob etwas Interessantes dabei ist. Mein Herz machte einen Satz, als ich dort im April “Jetzt” von Eckhart Tolle entdecken durfte. Von dem Buch habe ich schon viel gehört. Es steht aktuell nicht auf meiner Leseliste, doch dass ich es hier entdecken durfte ist sicher mehr als ein glücklicher Zufall. Deshalb musste ich es einfach mitnehmen.

Wenn ich Bücher liebe, dann gibt es noch eine Steigerung: Kochbücher. Ich verehre Kochbücher. Ich liebe essen und ich liebe es zu kochen. Durch Kochbücher zu blättern und neue Ideen zu sammeln ist für mich eine große Freude. Zu Ostern waren mein Freund und ich zu Besuch bei meinen Eltern. Meine Liebe zu Kochbüchern ist wohl kein Zufall, denn ich teile sie mit meiner Mutter. Zu meiner Freude zeigte sie mir ein Buch, welches sie sich anlässlich meiner neuen veganen Ernährung, zugelegt hatte. Und jetzt halt dich fest: Darin enthalten ist ein Rezept für veganen Mozzarella. Endlich muss ich nicht mehr auf Mozzarella verzichten. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, dass man eine vegane Variante selbst herstellen kann. Ich war so begeistert, dass meine Mama mir das Buch ausgeliehen hat. Du wirst hier bald mitverfolgen können, wie ich ein paar dieser Rezepte ausprobiere. Das wird ein Spaß!

Sonne und Leichtigkeit

Sommer, Sonne, Sonnenschein. In Köln steigen die Temperaturen schon etwas eher als ich es aus dem Norden gewohnt bin. Als Sonnenanbeterin war ich sehr dankbar für die ersten warmen Tage im April, an denen ich im T-Shirt das Haus verlassen konnte.

Und auch an anderer Stelle konnte ich Licht ins Dunkel bringen: Ich habe mich endlich daran gewagt, den Keller aufzuräumen. Dank der Hilfe von Freundinnen, habe ich im April zum ersten Mal etwas über Kleiderkreisel verkauft. Ich freue mich schon darauf, dieses Mini-Projekt bald auf meine Wohnung ausdehnen zu dürfen. Sehr gerne möchte ich mich noch von einigen Dingen trennen, einfach um mehr Luft und Leichtigkeit in mein Leben zu bringen. Gerade war ich für zweieinhalb Wochen im Urlaub. Letztes Jahr hätte ich dafür noch meinen großen Hartschalenkoffer in Anspruch genommen. Dieses Mal habe ich ein 38-Liter-Backpack genutzt. Das Packen war eine Herausforderung und ich musste mich wirklich disziplinieren. Doch das Reisen war dadurch so viel angenehmer, dass ich nie wieder zurückwill. Es ist mir schwergefallen, weniger Dinge mit in den Urlaub zu nehmen. Sonst habe ich immer so gepackt, dass ich auf alle Eventualitäten vorbereitet war. Den Drang habe ich dieses Mal zurückgestellt. Auch bei der Anzahl an Kleidungsstücken musste ich mich einschränken. Doch am Ende musste ich feststellen, dass ich nicht einmal alles getragen habe, was es am Ende in die Tasche geschafft hat.

Ich bin überzeugt, dass ich nicht nur auf Reisen, sondern auch im Alltag mein Leben durch Minimalismus vereinfachen kann. Ein leeres Wohnzimmer schafft Platz für Ideen. Ein leerer Schrank erleichtert das Auffinden der Kleidungsstücke. Durch den Verkauf von nicht mehr benötigtem Besitz wird Kapital frei, welches ich in neue Erlebnisse investieren kann. Ja, ich bin überzeugt, dass da noch viel mehr geht. Deshalb bin ich dankbar für diese Erfahrungen und gespannt auf den weiteren Verlauf.

Kannst du auch nicht genug kriegen?

Hier findest du alle Teile der Dankbarkeits-Reihe:

  • Einleitung – Warum Dankbarkeit zu einem glücklicheren Leben beiträgt und wie du ebenfalls Dankbarkeit kultivieren kannst
  • Rückschau Januar 
  • Rückschau Februar
  • Rückschau März

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Wann warst du das letzte Mal dankbar? Was sind die kleinen Dingen im Leben, die du zu schätzen weißt? Wann hat zuletzt ein großes Ding dein Herz zum Strahlen gebracht? Teile deine Erfahrungen mit mir und den anderen in den Kommentaren. 

Gute Reise!

Christina

 

Foto von Gabrielle Henderson auf Unsplash

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