Ändere deine Gewohnheiten und du änderst dein Leben. Daran glaube ich. In den letzten Beiträgen habe ich darüber geschrieben, warum viele von uns ihre Ziele nicht erreichen und wie ihr es trotzdem schaffen könnt. Heute will ich auf das Thema Gewohnheiten eingehen. Gesunde Ernährung, Sport, Nichtrauchen oder Abstinenz. Das sind meiner Meinung nach keine Ziele in dem Sinne. Dies sind keine Dinge, die man sich einmal vornimmt und dann erledigt. Vielmehr geht es darum, sich jeden Tag an etwas zu halten. Es geht darum, Gewohnheit zu ändern. Dazu gibt es ein tolles Hilfsmittel, dass ich seit einem dreiviertel Jahr verwende und von dem ich euch heute berichten will.

Warum es auf unsere Gewohnheiten ankommt

Im folgenden Zitat wird der Zusammenhang zwischen Gedanken, Handlungen, Gewohnheiten und schließlich der Fähigkeit, sein Schicksal selbst zu beeinflussen, beschrieben. 

Für mich ist eine Gewohnheit etwas, dass wir uns antrainieren. Eine Handlung, die wir immer wieder ausführen, wird zu einer Gewohnheit. Unsere Gewohnheiten können unser ganzes Leben beeinflussen.

In diesem Jahr spielt für mich das Thema Gesundheit eine wichtige Rolle. Ich bin in den letzten Monaten oft kränklich oder richtig krank gewesen. Im letzten Jahr habe ich häufig tagelang unter Kopfschmerzen gelitten. Beides raubt mir meine Energie. Als ich Ende letzten Jahres darüber nachgedacht habe, was ich in meinem Leben verändern möchte und die Idee für diesen Blog und das damit verbundene Projekt aufkam, habe ich beschlossen, dass ich dafür Energie benötige und deshalb mehr auf meine Gesundheit achten will. 

Wenn ihr euch die Zwölf Dinge anseht, werdet ihr feststellen, dass darauf keine Punkte sind, die direkt mit einem gesünderen Leben in Verbindung stehen. Das liegt daran, dass auf der Liste die Dinge stehen, die ich als Ziele bezeichne. Bestimmte Erlebnisse, die ich abhake. Zumindest zum größten Teil. Die Themen Dankbarkeit, Meditation und Achtsamkeit würde ich ein bisschen ausklammern. Auf der Liste stehen sie trotzdem, weil ich für mich in diesem Jahr die Grundlagen dieser Themen lernen will. Sie in mein Leben zu integrieren, würde für mich jedoch bedeuten, eine Gewohnheit daraus zu machen. 

Neben den Zwölf Dingen, gibt es andere Punkte, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Es sind Dinge, die ich jeden Tag im Auge behalte und berücksichtige. Für mich sind dies Gewohnheiten. Ihr könnt sie auch als Routinen bezeichnen. Die Absichten, diese zu integrieren, kann man als Vorsätze bezeichnen. Zum Beispiel habe ich mir vorgenommen, jeden Tag ausreichend Wasser zu trinken. Auch Sport steht auf der Liste. Diese und andere Gewohnheiten tragen für mich in Summe zu einem gesünderen Lebensstil bei. 

Abgrenzend kann man also sagen, dass ein Ziel etwas ist, das man erreicht, während Gewohnheiten die Dinge sind, an die man sich hält. 

Wenn ihr eurer Leben ändern wollt, reicht es meiner Meinung nach nicht aus, euch ein paar Ziele zu setzen, diese abzuhaken und dann so weiter zu machen wie bisher. Ich denke, es ist notwendig an seinen Gewohnheiten zu arbeiten. Sie werden darüber entscheiden, was für ein Leben ihr führt. 

Eine kleine Hilfestellung

Im vergangenen Jahr bin ich durch die Themen Minimalismus und Inneneinrichtung auf den wunderschönen Blog Feine Seele von der lieben Steffi gestoßen. Steffi schreibt in ihrem Blog nicht nur über die Dinge im Außen sondern – wie der Name schon vermuten lässt – auch über ganz viele Themen im Innen. Schaut euch doch einfach mal auf ihrem Blog um. Dort findet ihr auch einen Beitrag zum Thema Routinen und eine kleine Hilfestellung: den Habit-Tracker.

Steffi beschreibt in ihrem Beitrag, wie sie dieses Werkzeug nutzt um an ihren Gedanken zu arbeiten. Das habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Ich nutze diesen Habit-Tracker, also die Vorlage zum Etablieren neuer Gewohnheiten, seit Mai letzten Jahres um an meinem Verhalten zu arbeiten.

Wenn ihr Interesse habt, das auch einmal auszuprobieren, könnt ihr online unter dem Schlagwort auch weitere Vorlagen finden. Statt der Monatsübersicht gibt es Vorlagen für ein wöchentliches Verfolgen ebenso wie Jahrespläne. Alle drei Formate habe ich in den vergangenen neun Monaten ausprobiert. Sicher findet ihr auch eine App dafür. Aktuell passt die Monatsübersicht am besten in meinen Plan und ich führe sie am liebsten mit Stift und Papier in meinem Bullet Journal. 

Welche Gewohnheiten man damit etablieren kann

Im Grunde könnt ihr mit dem Habit-Tracker vieles erreichen. Im vergangenen Jahr habe ich diese Technik sogar genutzt um mit dem Rauchen aufzuhören. 

Das Große kommt nicht allein durch Impuls zustande, sondern ist eine Aneinanderkettung kleiner Dinge, die zu einem Ganzen vereint worden sind.

Vincent van Gogh

Ihr könnt euch damit auf alle Lebensbereiche beziehen. Im Netz findet ihr reichlich Inspirationen von anderen. Sicher habt ihr auch schnell ein paar Dinge im Kopf, die ihr gerne regelmäßig machen wollt. Oder geht die Lebensbereiche durch in denen ihr gerade nicht zufrieden seid. Was müsste sich ändern? Welche Gewohnheiten könnt ihr etablieren um diesen Lebensbereich zu stärken? Welche größeren Ziele habt ihr und mit welchen täglichen Schritten könnt ihr darauf hinarbeiten?

In meinem ersten Wurf im Mai 2018 habe ich folgende Gewohnheiten eingetragen:

  • keinen Alkohol trinken
  • nicht Rauchen
  • Sport machen
  • mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren
  • Vitamine nehmen
  • Morning Pages schreiben
  • Kontakt zu Freundinnen pflegen
  • Meditation
  • ausreichend Wasser trinken
  • russisch üben
  • raus gehen
  • mehr als acht Stunden schlafen
  • Wohnung aufräumen
  • Küche putzen
  • lesen
  • Kontakt zur Familie pflegen
  • jemandem ein Kompliment machen

Dazu kommt noch das tägliche Pflegen der Vorlage. 

Welche Fehler ihr vermeiden solltet

Fehler Nr. 1: Sich zu viel vornehmen

17 (!) verschiedene Gewohnheiten wollte ich mir im Mai 2018 aneignen. Nur zwei davon habe ich an jedem Tag gepflegt. Im Juni habe ich mich bei meinen Recherchen zu dem Thema weiter inspirieren lassen. Am Ende waren es dann 23 Punkte. Davon habe ich wieder nur zwei geschafft. Im Juli habe ich verstanden, dass ich nicht mehr erreiche je mehr ich mir vornehme. Ich habe die Gewohnheiten wöchentlich verfolgt, immer wieder darüber reflektiert und schließlich 15 ausgewählt, die mich wirklich voran bringen sollten. In diesem Monat habe ich es dann auch tatsächlich geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Leider habe ich kurz darauf im September und Oktober meine Ziele aus den Augen verloren. Ich kann nicht einmal mehr sagen, wie es dazu kam. Erst im November habe ich dann wieder angefangen, mich damit auseinander zu setzen, wo ich hin will, und etwas dafür zu tun. Beim Nichtrauchen ist es auch ohne Habit-Tracker geblieben. Ein Glück!

Fehler Nr. 2: Nicht wissen wofür man es macht

Obwohl ich mir zu viel vorgenommen habe und in den meisten Dingen nicht vorangekommen bin, hat es mit dem Nichtrauchen doch geklappt. Das liegt daran, dass mir immer bewusst war, warum ich das mache. Bei den anderen Gewohnheiten war vieles dabei, zu dem ich nicht wirklich motiviert war. Es waren einige Punkte, von denen ich dachte, dass ich sie etablieren sollte. Doch nur das, was mir wirklich wichtig war, habe ich durchgezogen.

Wenn ich heute noch einmal von vorne anfangen würde, würde ich mir nur eine Sache vornehmen, die mir wirklich am Herzen liegt. Erst wenn ich diese etabliert habe, würde ich weitere dazu nehmen. Ich würde mir nicht eine riesige Liste mit Dingen vornehmen, die ich irgendwo aufgeschnappt habe, sondern Stück für Stück das in mein Leben holen, was ich wirklich brauche.  

Fehler Nr. 3: Zu streng mit sich sein

Dadurch, dass ich mir am Anfang zu viel vorgenommen habe, habe ich mich selbst demotiviert. Das ist mir heute klar. Nicht nur die bloße Anzahl der Dinge, die ich jeden Tag erreichen wollte. Vor allem der Perfektionismus mit dem ich an die Sache gegangen bin. Meine Bestrebung war es, jeden Tag jedes Häkchen machen zu können. Könnt ihr euch vorstellen, wie frustriert ich am Ende der ersten Monate war? Ich war froh über die Gewohnheiten, in denen ich 50% der Zeit durchgehalten habe. Ich habe mir selbst Vorwürfe gemacht und mich damit demotiviert. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich im September eine vollständige Pause vom Habit-Tracker genommen habe. Aus heutiger Sicht war das ein bedauerlicher Schritt. Erstens weil ich zusammengefasst betrachtet sehr erfolgreich damit war, schließlich habe ich mit dem Rauchen aufgehört und das schlägt für mich vieles. Zweitens weil auf meinem Habit-Tracker heute viele der Punkte stehen, die ich schon im Mai als wichtig für mich identifiziert hatte. Ich wünschte, ich wäre am Ball geblieben. Doch ich will nicht um die Vergangenheit weinen. Stattdessen habe ich in den letzten Wochen gelernt, wie wichtig es ist, jeden Tag als neue Chance zu begreifen. Es ist nicht mehr mein Ziel am Ende den perfekten Plan mit jeder Reihe voller Häkchen zu haben. Sukzessive Fortschritte zu machen und bei neuen Errungenschaften zu bleiben sind stattdessen meine Ziele. Langfristig durchzuhalten, selbst wenn ich ab und an einen Tag Pause mache, bringt mich schließlich weiter als ein einziger perfekter Monat. 

Wie es heute bei mir aussieht – Fazit aus einem dreiviertel Jahr

Heute findet man in meinem Habit-Tracker noch zehn Gewohnheiten. Das Tracking, also das Verfolgen, ist für mich zum Inbegriff geworden: Es geht um das Verfolgen und nicht um das Erfüllen. Einige Gewohnheiten will ich nur als Statistik führen. Ich beobachte mich und mein Verhalten und führe Buch darüber ohne das Ziel zu haben, diese Gewohnheit fest zu etablieren. Bei den übrigen Zielen strebe ich es zwar an, täglich ein Häkchen (bzw. im Februar – aufgrund meines Mottos für den Monat – Herzchen) zu machen, doch ich lasse es mir auch durchgehen, wenn das einmal nicht der Fall ist. Ich habe den Druck heraus genommen und dulde keinen Perfektionismus mehr. Heute betrachte ich die Liste eher als Wünsche, die ich an mich selbst richte. Ich bin gut zu mir, wenn ich diese Dinge für mich mache. 

Ich kenne andere, die führen in dem gleichen Format auch Buch darüber, wie viele Stunden sie schlafen. Beim Sport halte ich es ähnlich. In meinem ersten Wurf im Mai 2018 hatte ich Sport machen als Gewohnheit eingetragen. Heute trage ich stattdessen Sport in Minuten ein. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber die Abwechslung gegenüber den übrigen Reihen mit schnöden Häkchen motiviert mich schon ein bisschen mehr. 

Im Februar hat mich dieses Werkzeug sehr weit gebracht und vor allem sehr glücklich und deutlich gesünder gemacht. Ich kann euch die Hilfestellung daher unbedingt empfehlen. 

Welche Gewohnheiten pflegt ihr bereits und welche wollt ihr noch etablieren? Habt ihr schon einmal einen Habit-Tracker ausprobiert? Oder eine andere Technik? Teilt eure Ideen und Erfahrungen mit mir und den anderen unten in den Kommentaren. 

Gute Reise uns allen!

Eure Christina

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