Wenn es um das Erreichen von Zielen geht, spielt Zeit eine entscheidende Rolle. Denn die meisten Dinge werden euch nicht zufliegen. Ihr werdet eure Zeit investieren müssen um eure Ziele zu verwirklichen. All zu oft fällt es uns schwer, die Zeit zu finden um unseren Zielen näher zu kommen. Damit es euch nicht geht wie dem weißen Kaninchen, welches trotz aller Hektik immer das Gefühl hat zu spät dran zu sein, will ich heute näher darauf eingehen, warum wir oft keine Zeit haben und was wir dagegen unternehmen können.

Hast du auch manchmal das Gefühl unter Strom zu stehen und doch nicht voran zu kommen?

“Zu spät, zu spät, ich komme viel zu spät.” Die Disney-Fans unter uns kennen das Zitat nur zu gut. Der Satz stammt von dem Weißen Kaninchen aus Alice im Wunderland. Das arme Kaninchen trifft Alice im Laufe ihrer Reise häufiger an. Stets ist es gehetzt, hat blutunterlaufene Augen und spricht ständig davon zu spät zu sein. So sehr es sich doch beeilt, es kommt nie rechtzeitig an und findet keine Ruhe. Mehr noch fällt es scheinbar immer weiter zurück je mehr es sich vornimmt lässt dieses Zitat aus dem Buch – welches ich leider nur auf Englisch gefunden habe – vermuten: “The hurrier I go, the behinder I get.”

Wer sich viel vornimmt, wird das Gefühl kennen: ständig unter Strom und trotzdem nie am Ziel. In diesem wunderbaren Beitrag geht der Autor darauf ein, warum manche von uns das Gefühl begleitet, nie genug Zeit zu haben. Das Bestreben möglichst schnell zu sein führt er als einen Grund an, weshalb ich auch an das weiße Kaninchen denken musste. Dabei kommen wir schneller und gesünder an unser Ziel, wenn wir uns in Ruhe auf ein Ziel nach dem anderen fokussieren. Ich habe zudem die Erfahrung gemacht, dass man sich manchmal auch die Zeit für Ablenkungen gönnen muss. Allein zwischendurch auf andere Gedanken zu kommen, sorgt regelmäßig dafür, dass ich neue Ideen entwickle, wenn ich mich wieder an die Aufgabe mache. Auch der Austausch mit anderen kostet erst einmal Zeit, die viele lieber direkt investieren würden, doch häufig erhalte ich dadurch Hinweise, die mich letztendlich schneller ans Ziel bringen. Und gemeinsam macht mir eben auch alles viel mehr Spaß. 

Der oben genannte Beitrag bezieht sich stark auf den beruflichen Kontext. Ich werde in meinem heutigen Beitrag die Struktur des Autors als Leitfaden verwenden und die einzelnen Punkte auf das Leben als Ganzes übertragen. Auch werde ich die Ausführungen um weitere Erkenntnisse ergänzen, die ich in den vergangenen Wochen und Monaten erlangen konnte. 

Wir haben alle gleich viel Zeit: 24 Stunden am Tag

Der Tag hat 24 Stunden. Nichts, was ich in diesem Beitrag schreibe, wird daran etwas ändern. Es ist eine banale Erkenntnis, doch wie es häufig so ist, brauchte ich ein bisschen bis ich vom theoretischen Wissen zum wahren Verstehen kam. Wenn wir alle gleich viel Zeit haben und es für mich so scheint, dass andere mehr Zeit in ihre Ziele investieren und weiter kommen als ich, dann kann es nur an einer Sache liegen: daran wie sie ihre Zeit nutzen. 

Stehe früher auf und nutze den Morgen

Klar. Der Tag hat 24 Stunden und wenn ihr davon weniger mit Schlafen verbringt, könnt ihr mehr für eure Ziele erledigen. Doch das meine ich nicht. Vielleicht seid ihr am Abend produktiver und geht deshalb gerne spät ins Bett. Dann solltet ihr euch morgens lieber eine Portion Schlaf gönnen. Ich für mich habe jedoch festgestellt, dass ich abends nach der Arbeit häufig nichts mehr auf die Reihe kriege. Ich bin müde und erschöpft und will nur noch auf der Couch lümmeln. All meine Aktivitäten neben dem Job haben sich deshalb in 2018 ganz stark auf das Wochenende konzentriert. Und weil das nun einmal recht kurz ist, habe ich viele Dinge gar nicht realisiert.

Mir fehlt abends die Energie um mich aufzuraffen. Gerade für Sport muss ich in Höchstform sein. Sonst hat mich der Schweinehund auf die Couch gezogen bevor ich überhaupt anfange darüber nachzudenken. Wenn ihr euch ein wenig informiert, werdet ihr auf Theorien stoßen, die besagen, dass jede Entscheidung, die wir treffen, Energie von uns fordert.  Diese Energie ist begrenzt. Diese Theorie kann ich bestätigen: Mir fällt es am Morgen viel leichter, einem guten Vorsatz zu folgen, während ich am Abend (nach dem ich über den Tag verteilt Unmengen an Entscheidungen getroffen habe) eher geneigt bin, mich zu schonen.

Als ich Anfang diesen Jahres meine Ziele festgelegt habe, wurde mir klar, dass ich für das Erreichen dieser Zeit brauchen werde und das andere Dinge zurück stecken müssen. Deshalb bin ich dazu übergegangen mir die Dinge, die mir wichtig sind und die ich am Tag auf jeden Fall erleben möchte, morgens als Erstes vorzunehmen. Es gibt keine feste Morgenroutine. Ein paar Dinge mache ich jeden Morgen und aus einigen Punkten wähle ich jeden Morgen das aus, was mir gerade am Wichtigsten ist. Nehmt euch diese Zeit bevor ihr euch in den Alltag stürzt. 

Unter frühes Aufstehen fällt für mich in diesem Zusammenhang auch die Angewohnheit, nicht mehr die Snooze-Funktion zu nutzen. Allein zu diesem Thema könnte ich einen ganzen Beitrag schreiben. Vielleicht werde ich das auch machen. Doch davon abzusehen, kann ich euch jetzt schon ans Herz legen. 

Konzentriere dich

Man kann es nicht oft genug sagen: Menschen sind nicht für Multitasking gemacht. Männer nicht, Frauen nicht. Stattdessen funktioniert das menschliche Gehirn eher wie der Prozessor in unserem PC. Es kann mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeiten, doch dann erledigt es scheibchenweise immer nur kleine Schritte von jedem bevor es zum nächsten Thema springt. Das geht so schnell, dass wir davon gar nichts bemerken und dabei das Gefühl haben, wir würden mühelos mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Studien zeigten jedoch, dass wir für die Aufgaben, die unser Gehirn parallel bearbeitet, in Summe länger benötigen als wenn wir jede einzeln nacheinander erledigt hätten.

Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass auch das Ergebnis besser ist, wenn wir uns auf eine Sache zur Zeit konzentrieren. Nicht nur das Ergebnis der Aufgaben. Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl, dass euch der Kopf dröhnt, wenn ihr ständig zwischen verschiedenen Themen hin und her springt? Oft bin ich abends kaputt, weil ich das Gefühl habe, mich um tausend Dinge gekümmert zu haben, doch was ich wirklich geschafft habe, kann ich nicht benennen. Eben so als hätte ich meinen Prozessor dauerhaft übertaktet. 

Wenn es euch auch so geht, kann ich euch nur empfehlen vom Multitasking aufs Singletasking umzusteigen. Mir gelingt das nicht immer, aber wenn dann schaffe ich dadurch mehr, habe das Gefühl von Kontrolle über meine Zeiteinteilung und bin viel zufriedener mit den Ergebnissen. 

Wo willst du hin?

Ganz egal ob Nachtigall oder Lerche: Eure Zeit ist begrenzt. Es kommt folglich darauf an, wofür ihr eure Zeit nutzt. Wenn euch die Dinge, die ihr an einem Tag erleben möchtet, klar sind, kann es ein nächster sinnvoller Schritt sein, diese fest einzuplanen. Das gilt nicht nur für den Job. 

Plane den Einsatz deiner Zeit

Time blocking ist das Zauberwort und ihr findet hier eine Einleitung zum Thema und eine Hilfestellung. Ich persönlich nutze diese Technik bisher nur beruflich und auch dort nicht konsequent. In meinem Privatleben nutze ich sie gar nicht. Ich habe zwar die Punkte im Kopf, jedoch plane ich sie nicht konkret ein und manchmal merke ich dann eben, dass ich nicht alles geschafft habe, was ich eigentlich wollte. Im Beruf klappt es schon deutlich besser. Ich trage mir meine Aufgaben als Termine in meinen Kalender ein. Privat sollte ich das auch unbedingt umsetzen, denn ich merke im Job, wie es mir hilft. Falls ihr das gleiche Problem habt, probiert doch mal time blocking aus und berichtet mir, was ihr davon haltet.

Einen weiteren spannenden Gedanken, den ich zum Thema Zeitmanagement gefunden habe, ist dieser Beitrag zu 100 blocks a day. Die Grundidee besteht darin, die Zeit vom Tag, die wir wach sind, in 100 Blöcke zu je 10 Minuten aufzuteilen. Der Autor stellt in seinem Beitrag auch eine Grafik zur Verfügung, die man dafür verwenden kann. Ich finde die Idee sehr spannend. Es hilft meiner Meinung nach dabei zu analysieren, womit man seine Zeit verbringt. Nehmt dazu erst mal den Status Quo auf. Im nächsten Schritt kann man sich dann überlegen, ob man etwas daran ändern will. Wenn ihr feststellt, dass ihr viel Zeit in Dinge investiert, die euch nicht glücklich machen und auch nicht voran bringen, könnt ihr dies überdenken und versuchen, weniger Zeit damit zu verbringen. Dieses Werkzeug dient erst einmal dem Erkenntnisgewinn, denn häufig weiß ich gar nicht, was ich den ganzen Tag über gemacht habe. Diese Übung kann auch eine Vorarbeit zum time blocking sein, denn dafür muss man erst einmal wissen, wie lange man für etwas braucht. Wenn ihr damit keine Erfahrung habt, können euch die 100 blocks a day helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen. In den Kommentaren unter dem Beitrag findet ihr auch Apps, die Leser entwickelt haben, wenn ihr lieber digital arbeitet. Genauso könnt ihr die Vorlage auch in euer Tagebuch übernehmen. Ich will diese Technik demnächst testen. Für einen Zeitraum von einer Woche, schätze ich. Gerne teile ich dann meine Ergebnisse mit euch. 

Wenn ihr das Gefühl habt, dass Zeit etwas ist, dass euch wie Sand durch die Finger rinnt, empfehle ich euch dringend eine der obigen Techniken oder eine andere, die ihr für euch entdeckt, zu verwenden. 

Organisiere dich

Die Erkenntnis darüber, wie viel Zeit man mit bestimmten Dingen verbringt, kann auch dazu anregen, sich anders zu organisieren. Ein Beispiel ist für mich das Einkaufen. Ein guter Freund von mir fährt nahezu jeden Tag nach dem Arbeitsende zum Supermarkt und kauft das ein, was er an dem Abend kochen möchte. Ich dagegen kaufe ein mal in der Woche sehr viel ein und kaufe dann bei Bedarf in einem zweiten Einkauf nur noch frische Zutaten dazu. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ich mit einer Einkaufsliste einkaufen gehe, verbringe ich sehr wenig Zeit mit der Auswahl der Lebensmittel. Die meiste Zeit stehe ich an der Kasse. Ich behaupte deshalb, dass mein Freund mehr Zeit in Supermärkten verbringt als ich. Nimmt man die Fahrt dazu, wird die Zeitersparnis noch deutlicher. Mein Freund hat gute Gründe dafür, wie er sich organisiert und diese respektiere ich. Das ist der entscheidende Punkt: Ich will euch nicht sagen, wie ihr euch organisieren sollt. Ich will euch anhand dieses Beispiels nur aufzeigen, dass ihr eine Entscheidung darüber trefft, wie ihr eure Zeit nutzt. Stellt sicher, dass die Entscheidung die ihr trefft zu eurem Glück beiträgt und eurer Lebensvorstellung entspricht. Es geht mir lediglich darum, diese Entscheidung überhaupt bewusst zu treffen. 

Setze Prioritäten

Der Herr über unsere Zeit zu sein bedeutet Entscheidungen zu treffen. Fragt euch: “Wie will ich meine Zeit investieren?” Wenn ihr mit dem time blocking oder mit den 100 blocks arbeitet und eure Aktivitäten plant, werdet ihr zwangsläufig an den Punkt kommen an dem ihr bemerkt, dass noch Aktivitäten auf eurer Liste stehen, jedoch keine Zeit mehr übrig ist. Würdet ihr bereits alles schaffen, was ihr euch wünscht, würdet ihr diesen Beitrag nicht lesen. Wenn ihr an den Punkt kommt, an dem ihr bemerkt, dass ihr keine Zeit habt um eure Ziele zu erreichen, könnt ihr euch damit auseinander setzen, wofür ihr eure Zeit stattdessen nutzt. Da diese begrenzt ist, bedeutet es, dass ihr Prioritäten setzen müsst. Womit verbringt ihr eure Zeit und womit nicht? Wenn ihr das Gefühl habt, euren Zielen nicht näher zu kommen, kann es daran liegen, dass ihre eure Zeit für Dinge nutzt, die euch nicht weiter bringen.

Beherrsche Ablenkungen

Werdet euch eurer Ablenkungen bewusst. Ich kann ohne Probleme Samstags 8 Stunden des Tages mit Videospielen, Netflix und Social Media verbringen. Das macht mir Spaß und inspiriert mich. Doch würde ich diese Entscheidung bewusst treffen? Häufig ist es eher so, dass ich mich vormittags an den PC setze und ehe ich mich versehe ist der Tag vorbei. Von den 100 blocks a day verspreche ich mir eine Erkenntnis darüber, wie viel Zeit ich wirklich mit etwas verbringe. Ich will mir nicht das Spielen verbieten und auch nicht Netflix, YouTube und co. Doch ich habe schon häufiger festgestellt, dass mir der Konsum über mehrere Stunden nicht mehr Entspannung und Freude bereitet als wenn ich es auf eine Stunde beschränken würde. Deshalb will ich mein Verhalten an der Stelle noch besser in den Griff bekommen.

Würdet ihr euch bewusst dafür entscheiden, jeden Tag eures Lebens zwei Stunden mit Whatsapp zu verbringen? Macht ihr es trotzdem? Ist diese Investition für euch wichtiger als alles andere, was ihr in der Zeit machen könnt? Denkt einfach mal bewusst darüber nach. 

Zeit für eine Tee-Party

Mir selbst ist es beim Schreiben aufgefallen und vielleicht ging es euch beim Lesen genauso, deshalb will ich es einmal sagen: Es geht nicht darum, jede Minute eures Tages durchzutakten und nur noch rational zu entscheiden. Im Gegenteil. Manchmal will ich einfach nur auf Netflix eine Folge nach der anderen ansehen. Manchmal sitze ich auch 10 Minuten herum und mache gar nichts. Oft bewege ich mich auf Facebook, Instagram und YouTube, sowohl für Inspirationen als auch zur Unterhaltung. Manchmal verbringt man seine Zeit auf einer Tee-Party um den Nichtgeburtstag eines Freundes zu feiern und diese geht länger als erwartet. Das Leben soll schließlich Spaß machen. 

Jeder von uns rutscht mal in ein Kaninchenloch. Das kann schneller passieren als man denkt. Manchmal bringt euch eine vermeintliche Ablenkung auch euren Zielen näher ohne dass ihr damit gerechnet habt. Passt nur auf, dass ihr eure Ziele nicht vollständig aus den Augen verliert, denn eure Zeit ist begrenzt. 

Alice: „Wie lang ist die Ewigkeit?“ 
Das weiße Kaninchen: “Manchmal nur eine Sekunde.”

Gute Reise uns allen!

Eure Christina

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