Es ist der 4.3.2019. In den letzten Wochen (leider nicht in den letzten Tagen) haben wir in Köln viel Sonne erleben dürfen. Ich erinnere mich daran, wie ich am Wochenende vor zwei Wochen im T-Shirt auf meinem Balkon lag. Die Vögel hören gar nicht mehr auf zu zwitschern. Es ist Frühling. Oder zumindest fühlt es sich so an. Diese Entwicklung finde ich ganz wunderbar. Ich spüre, dass ich mehr Energie habe. Es fällt mir leichter, Sport zu treiben, und ich habe insgesamt einfach mehr Lust, das Haus zu verlassen und aktiv zu werden. Wenn ich allerdings einmal innehalte und bewusst darüber nachdenke, dass von unserem Jahr 2019 schon mehr als zwei Monate vergangen sind, erscheint mir das jedoch ein wenig unvorstellbar. Geht es euch auch so? Zeit, zurück zu blicken.

In meinem allerersten Beitrag habe ich euch berichtet, warum ich diesen Blog rund um Zwölf Dinge gestartet habe. Ich bin nicht ganz zufrieden mit meinen Leben, ich bin nicht glücklich. Das Ziel ist es, 2019 als Chance, daran etwas zu ändern, zu nutzen. Die Entwicklung, die ich in meinem Leben und in mir selbst sehen will, bezeichne ich als Reise. Für diese Reise habe ich mir Zwölf Dinge vorgenommen. Erlebnisse, aus denen ich lernen will, und Routinen, die ich in mein Leben integrieren möchte. Daneben folge ich einigen Coaches, nehme an Trainings teil und reflektiere durch meinen Blog regelmäßig zu meiner Entwicklung.

Was bisher geschah

Bloggen

Der erste, offensichtlichste und weitreichendste Schritt war der Start dieses Blogs. Er ist mein Reisebegleiter und gibt euch die Möglichkeit, mich auf meiner Reise zu begleiten. Ich schreibe sehr viel. Ich schätze fünf bis zehn Stunden die Woche. Je nach Inspiration. Das ist eine Menge Zeit. Diese Zeit habe ich in erster Linie bei meinem Netflix-Konsum abgezwackt. Auch meine Leidenschaft für Videospiele kommt kürzer. Doch in erster Linie konsumiere ich weniger Social Media. Nach der Reflexion zum Jahr 2018 wurde mir klar, dass ich mich mehr auf mein eigenes Leben konzentrieren möchte, statt anderen bei ihrem zuzugucken. So nutze ich meine Freizeit nun also zu einem größeren Teil für diesen Blog und die Zwölf Dinge; eben für mich.

Der Blog sollte zudem ein kreativer Ausgleich zu meinem Beruf und ein erster Schritt in Richtung einer Karriere als Autorin oder Journalistin werden. Hat das geklappt?

Die Kreativität spüre ich sehr deutlich. Ständig kommen mir neue Ideen in den Kopf. Egal was ich mache, ständig habe ich einen Einfall für einen Blogbeitrag. Als ich den Blog frisch gestartet habe, hatte ich große Angst, dass mir die Ideen ausgehen könnten. Ich habe mich absichtlich zurück gehalten und weniger Beiträge veröffentlicht als ich gerne wollte um mir die Ideen aufzusparen. In den letzten zwei Monaten habe ich jedoch etwas ganz Wesentliches über meine Kreativität gelernt: Je mehr ich einem kreativen Hobby nachgehe, umso mehr Ideen bekomme ich. Das macht mich einerseits sehr glücklich. Andererseits zeigt es mir, was lange in mir verborgen geblieben ist, was ich schade finde. Umso besser, dass ich meiner Kreativität jetzt mehr Raum gebe.

Das Schreiben hat mir bisher auch schon geholfen, mehr über Rechtschreibung und Zeichensetzung zu lernen. Da meine Beiträge veröffentlicht werden und online bleiben, lege ich Wert darauf, möglichst wenige Fehler zu machen. Bei einer E-Mail ist mir das auch wichtig, jedoch weiß ich, dass meine Empfänger die Nachricht häufig nicht sehr aufmerksam lesen. Den Inhalt kurz und präzise darzulegen ist entscheidender. Zudem werden die meisten meiner E-Mails nur einmal gelesen. Ich gehe nicht davon aus, dass meine Leser später noch einmal zu einer E-Mail zurückkehren, wie sie es vielleicht bei einem Blogbeitrag machen werden. Außerdem kenne ich die meisten Empfänger meiner beruflichen Nachrichten so gut, dass ich weiß, dass sie Rechtschreibfehlern nicht so viel Beachtung schenken werden, solange meine Arbeitsergebnisse stimmen. Doch wer meinen Blog liest und darüber urteilt, das weiß ich nicht. Der Blog könnte eines Tages eine Visitenkarte für meine Schreibfähigkeit werden. Deshalb stelle ich mir häufig die Frage, ob ich etwas richtig geschrieben habe. Insbesondere Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung sind Felder, die in unserem Alltag untergehen. Es scheint nicht mehr so sehr von Bedeutung zu sein. Jedenfalls habe ich selbst das in den letzten Jahren ganz schön verlernt. Ich suche regelmäßig duden.de auf und denke, dass ich bald einen Grammatik-Kurs besuchen sollte. Heute habe ich für die Reflexion noch einmal meine ersten Texte gelesen und jetzt weiß ich, dass ich darin Fehler gemacht habe, die ich heute nicht mehr machen würde. Dieser Fortschritt erfreut mich.

Wisst ihr was? Ich habe die Fehler in den ersten Beiträgen nicht korrigiert. Vielleicht mache ich das irgendwann doch jetzt ist es mir einfach nicht so wichtig. Aus Fehlern lernen ist gut. Doch Zeit zu investieren um Fehler in der Vergangenheit auszubügeln? Ich denke nicht. Eine Gelassenheit, die für ich ebenfalls neu ist. 

Dankbarkeit

Dankbarkeit zu kultivieren hat mich schon spürbar glücklicher gemacht. Es ist tatsächlich die einzige Gewohnheit, die ich jeden Tag pflege. Jeden Abend oder am Morgen danach schreibe ich auf, wofür ich an diesem Tag dankbar war. Es gibt Tage, an denen schreibe ich mehrere Dinge auf. Dann gibt es Tage, an denen mir nichts einfallen will und ich mich regelrecht bemühen muss etwas zu finden, und solche Tage (bisher zwei), an denen ich stattdessen einen Tiefpunkt notiere. Die monatliche Aufarbeitung der notierten Punkte hilft mir dabei zu erkennen, welche Aktivitäten und Menschen mich glücklich machen. Mein Ziel ist es, von solchen Momenten, für die ich dankbar bin, mehr in mein Leben zu holen.

Ein wunderbarer Effekt ist schon eingetreten: Ich spüre die Dankbarkeit jetzt schon häufiger direkt in den glücklichen Momenten und nicht erst bei der Reflexion. Auch habe ich es jetzt schon das ein oder andere Mal erlebt, dass ich für etwas dankbar bin, das mir vor einigen Wochen gar nicht aufgefallen wäre. Zum Beispiel stand ich neulich morgens unter der Dusche und habe im Radio die Staumeldungen gehört. In NRW gehört der Stau zum Verkehr wie die Fahrzeuge selbst. Plötzlich wurde mir klar: Ich muss nie wieder morgens im Stau stehen! Das hat mich vor einiger Zeit noch sehr belastet. Im letzten Jahr habe ich mich bewusst für eine Wohnung in der Nähe meiner Arbeitsstätte entschieden. Heute muss ich nicht mehr im Stau stehen. Ich kann sogar mit dem Fahrrad fahren, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zur Arbeit Laufen. Privat fahre ich nur noch mit dem Auto, wenn ich die Stadt verlasse. Alles andere mache ich mit der Bahn. Denn neben den Staus habe ich auch die nervige Parkplatzsuche weitgehend aus meinem Leben gestrichen. Das ist für euch vielleicht schwer nachzuvollziehen, aber als mir diese Entlastung und Freiheit bewusst wurde, hat mich das mit großer Dankbarkeit erfüllt.

Vegane Ernährung

Anfang Februar habe ich einen weiteren Punkt von meiner Liste abgehakt: 30 Tage vegane Ernährung. Nach dem ich die Challenge absolviert habe, habe ich die Zügel wieder etwas lockerer gelassen und mich doch häufiger vegetarisch oder sogar mit Fleisch ernährt als ich geplant hatte. Der Hauptgrund ist die Gesellschaft von Nicht-Veganern. Ich möchte mit meiner Ernährungsweise niemanden nerven. Ich will nicht, dass jemand denkt, ich missioniere. Ich möchte nicht, dass Gastgeber sich Gedanken machen müssen. Meine vegane Ernährung ist eine Lifestyle-Entscheidung. Keine Religion und auch keine Allergie. Ich kann mich “normal” ernähren und muss kein Drama daraus machen. Trotzdem möchte ich es nicht. Diese Gedanken werden mich noch länger beschäftigen, denn nach jeder Ausnahme habe ich bemerkt, wie mich diese Mahlzeiten körperlich belasten. Deshalb will ich im März wieder vermehrt auf eine vegane Ernährung achten.

Lesen

In diesem Jahr habe ich ein Buch zu Ende gelesen und ein neues angefangen. Das ist mehr als ich sonst in einem ganzen Jahr geschafft habe. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr bemerkt, dass von dem Buch, das ihr lest, nur noch wenige Seiten übrig sind? Und wenn es dann so weit ist, dass die letzte Seite gelesen ist und ihr vor euch die leere Seite des Bucheinbands seht? Ich liebe dieses Gefühl genauso sehr wie ich es hasse. Es überwältigt mich. Schon ein paar Seiten zuvor spüre ich Bedauern, dass das Buch bald ausgelesen ist. Am liebsten würde ich es weglegen und mir den Rest aufsparen. Doch wenn es dann so weit ist, bin ich ruhig und zufrieden. Für mich ist es ein befriedigendes Gefühl, ein Buch abgeschlossen zu haben. Ich halte einen Moment inne, ehre den Autor oder die Autorin und fasse für mich das Gelesene kurz zusammen. Manchmal vergieße ich eine Träne über den Gedanken, dass dieses Buch, mit dem ich die letzten Wochen verbracht habe, und ich uns nun trennen werden. Doch dann kommt die Vorfreue auf das nächste Buch. Manche Enden sind eben auch der Anfang von etwas Neuem. Ich freue mich, in diesem Jahr mehr dieser Momente erleben zu dürfen. Von der Inspiration und dem Gelernten durch das Gelesen einmal ganz zu schweigen. 

Was kommt als Nächstes?

Kürzlich habe ich mein Visionboard für dieses Jahr erstellt. Ihr seht es auf dem Foto zu diesem Beitrag. Ich bin gespannt, was ihr darauf entdeckt. Klar, da ist meine Liste mit den Zwölf Dingen. Daneben sind ein paar Zitate. Doch auf dem Board sind auch Bilder ohne Text. Ich selbst weiß genau, welches Wort dahinter steckt und welcher Wunsch mit diesem einen Wort Ausdruck findet. Doch was seht ihr? Das würde mich interessieren. Habt ihr auch eine Hilfe zur Visualisierung eurer Ziele? Habt ihr überhaupt Ziele? Teilt eure Gedanken mit mir und den anderen.

Als ich das Visionboard mit meiner Löffelliste versehen wollte, ist mir eine Idee gekommen: der Gedanke, dass es sinnvoll sein könnte, die einzelnen Punkte in einen Plan zu verwandeln indem ich die Punkte mit einem Zeitraum versehe. Bei den meisten Punkten war mir schon klar, wann ich sie angehen werde. Doch die anderen waren bisher mehr lose Gedanken, die ich noch um die feststehenden Daten herum legen wollte. Das habe ich nun nachgeholt. Somit weiß ich auch schon, was als nächstes kommt. Wie aufregend! Sollte ich das Bedürfnis spüren, an der Abfolge etwas zu ändern, werde ich das definitiv tun. In diesem ganzen Projekt geht es schließlich auch darum, mehr auf meine Gefühle und meine Intuition zu hören. 

Das Visionboard ist für mich übrigens ein flexibles Konzept. Wie ihr seht, habe ich schon ein paar Konzertkarten hinzugefügt. Die Vision kommt also in die Umsetzung. Die Bilder will ich dann wo es passt durch Urlaubsfotos ersetzen. Ich werde einfach immer weiter daran arbeiten. 

Im März will ich mich dem Thema Meditation widmen. Außerdem wird es Zeit für meine Mario Party. Es wird also einmal um eine Gewohnheit gehen, die ich in mein Leben integriere, und einmal um ein einmaliges Ereignis. Die Integration einer Gewohnheit ist für mich eine Änderung des Lebensstils. 2019 soll im Zeichen eines gesünderen Lebensstils stehen. Es ist somit nur sinnvoll, jeden Tag ein bisschen Videospiele zu spielen.

Last but not Least

Hat euch diese Rückschau gefallen? Mir selbst hilft es ungemein, einmal inne zu halten. Es bringt mich weiter, zu reflektieren, den Plan zu überprüfen und bei Bedarf Anzupassen. Für mich ist es auch gut zu sehen, welche Dinge bisher Glück in mein Leben gebracht haben. So kann ich sie in meinem Leben halten und nach weiteren Gelegenheiten Ausschau halten.

Ihr lieben, ich bin froh, dass ihr dabei seid.

Eine schöne Reise uns allen!

Eure Christina

P.S.: “Christina, warum ist eigentlich die Katze auf dem Visionboard?” … … No reason. Aber liebe Grüße an alle Katzenbesitzer. Susanne, Laura, ich denke an euch und eure Süßen.

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