Es ist ruhig geworden auf diesem Blog. Und dafür gibt es einen guten Grund: Ich bin glücklich! Statt davon zu berichten habe ich diesen Zustand in den letzten Wochen einfach nur genossen. 

Heute rekapitulieren wir gemeinsam: Was hat es mit Zwölf Dinge auf sich? Wohin hat mich das Projekt bisher gebracht? Was war die größte Veränderung? Und wie geht es weiter?

Der letzte Beitrag in diesem Blog stammt vom 29. Mai! Mit diesem Beitrag hier habe ich am 23. April angefangen. Ich kann es selbst nicht ganz fassen. Wenn ich mein Dankbarkeitstagebuch für dieses Jahr durchgehe, fällt der Blog relativ häufig. Es bereitet mir unglaubliche Freude zu schreiben. Doch im Mai ist mir eines ganz besonders bewusst geworden: Der Blog ist kein Selbstzweck. Mein Schreiben dient etwas Höherem. Und damit hängt auch die lange Funkstille zusammen. 

Was es mit diesen Zwölf Dingen auf sich hat

Es ist mittlerweile über ein halbes Jahr her, dass ich mit diesem Blog live gegangen bin. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Ich weiß noch nicht mehr über SEO, aber immerhin gab es einen optischen Wandel für den Blog. Doch das ist natürlich nur die Spitze des Eisberges: das, was du auf den ersten Blick siehst.

Doch was ist das eigentlich? Zwölf Dinge? In meinem ersten Beitrag habe ich beschrieben, wie ich zu der Idee für diesen Blog gekommen bin und worum es in diesem Projekt für mich geht. Ich verlinke dir den Beitrag hier. Am liebsten würde ich selbst direkt dem Link folgen und sehen, was ich mir vor fast einem dreiviertel Jahr dabei gedacht habe. Stattdessen erzähle ich dir in der Rückschau, worum es hier geht und was es für mich bedeutet. Vielleicht wirst du im Vergleich zu meinem ersten Beitrag eine Veränderung bemerken. Es würde mich nicht wundern. Denn eben um Veränderung und Wachstum geht es.

Ende letzten Jahres habe ich an einem Online-Coaching von Marilena Berends teilgenommen. Ihr Online-Kurs, die Purpose Journey, hat mich sofort angesprochen. Ich war unzufrieden mit vielen Dingen in meinem Leben und wusste nicht so recht, was ich daran ändern soll und wo ich hin will. Geschweige denn, wo ich anfangen sollte, wenn ich einmal wüsste, was ich will. Was ist der Grund warum ich morgens aufstehe? Und wie gelingt es mir, morgens voller Tatendrang aus dem Bett zu springen? Darum sollte es in dem Kurs gehen und ich brannte auf Antworten. In dem vierwöchigen Kurs konnte ich mich gemeinsam mit einer Online-Community verschiedenen Aufgaben stellen und mir selbst tief greifende Fragen stellen. 

In der ersten Woche habe ich eine Bestandsaufnahme für die einzelnen Bereiche meines Lebens gemacht. Auf einer Skala von -10 bis +10 durfte ich bewerten, wie zufrieden ich mit meinen Beziehungen bin, mit meiner Gesundheit, meinen Finanzen, und so weiter. Es bestätigte sich, was auch schon meine Motivation für den Kurs war: Ich lebte nicht in allen Bereichen mein volles Potenzial. Mein Leben gefiel mir ganz gut. Es war ganz ok. Mittelmaß. Durchschnittlich. 

Die Wochen und Übungen vergingen und ich lernte immer mehr darüber, was mir wichtig ist und was mich mit Freude erfüllt. In der letzten Woche habe ich dann zum allerersten Mal in meinem Leben eine Bucket List – zu deutsch: eine Löffelliste – geschrieben. Das ist eine Liste mit all den Dingen, die ich erleben möchte, bevor ich den Löffel abgebe. Es gibt Punkte, die man kurzfristig angehen kann, und große Lebensträume, die sich erst später erfüllen werden. Leicht verfällt man jedoch dazu, alle seine Träume auf die lange Bank zu schieben. Der nächste Schritt der Übung bestand deshalb darin, zwölf Dinge auszuwählen, die man in den nächsten zwölf Monaten angehen möchte. Dann lag sie plötzlich vor mir: Meine Löffelliste für 2019

Wie dabei ein Blog ins Spiel kam

Nun. Einen Blog zu starten ist einer der Punkte auf meiner Löffelliste. Deshalb habe ich das auch erledigt. In einem meiner ersten Beiträge habe ich erläutert, warum ich einen Blog starten wollte und deshalb will ich dich damit hier nicht weiter langweilen. Wenn du den Beitrag noch nicht gelesen hast, findest du ihn hier.  

Dieser Blog dreht sich also um die Zwölf Dinge und meine Reise in ein glückliches, erfülltes Leben. Kurz zusammen gefasst ging es beim Start dieses Projekts darum, diese Dinge in mein Leben zu holen, Neues auszuprobieren und mich weiterzuentwickeln. Dies sollte dazu dienen an meinen Problemen aus der Vergangenheit zu arbeiten und ein gesünderes Leben zu führen. 

Wohin mich meine Löffelliste bisher führte

Und? Hat es geklappt? Was ist heute? 

Im ersten halben Jahr 2019 habe ich tatsächlich sehr viele neue Dinge in mein Leben geholt. Ich habe vieles zum ersten Mal gemacht, neue Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft. Dabei bin ich über meinen Schatten gesprungen, war mal himmelhochjauchzend und mal zu Tode betrübt. 

In den letzten Wochen der Funkstille habe ich viel über dieses Projekt reflektiert. Mir ist klar geworden, dass die Zwölf Dinge für mich so nicht mehr ganz stimmig sind. Da haben sich doch ein paar Dinge drunter geschlichen, von denen ich denke, dass ich sie tun sollte. Keine wahren Herzenswünsche meinerseits also. Deshalb habe ich einige davon auch vor mir hergeschoben. Wer aufgepasst hat weiß, dass ich nach acht Monaten noch nicht acht Dinge erledigt habe. Dinge wie Achtsamkeit, Meditation und Selbstliebe passen für mich heute nicht mehr auf eine Bucket List. Dies sind Gewohnheiten, die mich eine Zeit lang begleiten könnten, jedoch nichts was ich von meiner Check-Liste des Lebens abhake und dann vermutlich wieder außer Acht lasse. Nun, und Gewohnheiten verfolge ich lieber anders. Meine beliebteste Methode dazu habe ich in diesem Beitrag vorgestellt. Möchtest du dir neue Gewohnheiten aneignen? Dann lies in dem Beitrag, wie es geht. 

Warum ich eine neue Löffelliste brauche

Somit hat sich für mich in den letzten Monaten meine eigene Anforderung an eine Löffelliste ebenfalls verändert. Die Liste ist Müll. Projekt gescheitert. 

Spaß beiseite. Für mich ist das kein Beinbruch. Ganz im Gegenteil. Denn stattdessen habe ich meine Energie der letzten Monate in andere Herzenswünsche investiert. Es gibt also auch Dinge, die nicht auf der Liste stehen. Verrückt, nicht wahr? Rückblickend und selbstkritisch betrachtet muss ich also zugeben: Es gab eine geheime Löffelliste. Tief in mir verborgen. 

Beim ersten Entwurf habe ich mich noch von äußeren Erwartungen leiten lassen. Es sind Dinge auf die Liste gerutscht, die ich heute nicht mehr aufschreiben würde. Auf der anderen Seite habe ich Wünsche nicht aufgenommen, die vielleicht Anstoß finden würden. Punkte, von denen es mir peinlich wäre, diese mit Anderen zu teilen. Schäme ich mich für mich selbst? Offensichtlich ist das manchmal so. Wer mich kennt weiß: Leider nicht in den Momenten in denen ich tatsächlich mal lieber einen Gang herunterschrauben sollte. C’est la vie, chérie. Mein Motto für Achselzucken und Weitermachen. 

Es ist bekanntlich nie zu spät, das Richtige zu tun. Ich bedauere die Vergangenheit nicht. Jetzt wo ich es besser weiß, werde ich es besser machen. Es wird also bald eine Löffelliste 2.0 geben. Dabei werde ich auch die Dinge aufnehmen, die ich bisher schon gemacht und dir bisher verschwiegen habe. Spontan fallen mir zwei Dinge ein, die ich schon lange einmal machen wollte, jedoch für mich vor einiger Zeit noch nicht auf eine Löffelliste gepasst hätten. Zum ersten Mal etwas auf Instagram posten. So geschehen im April 2019. Und: ein Bungee-Sprung. Der war am 27. Juli. 

Die größte Veränderung bisher

Du merkst schon, dass sich vieles verändert hat. Die größte Veränderung habe ich allerdings noch gar nicht erwähnt.  Diesen Blog habe ich unter anderem gestartet, weil ich das Gefühl hatte, dass mein Leben an mir vorbeizieht. 2018 war rückblickend betrachtet unspektakulär. Ich hatte keine besonders positiven oder negativen Erinnerungen. Deshalb wollte ich, dass 2019 definitiv mehr passiert. 

Es ging also um Gefühle. Ich wollte Verbundenheit, Spaß und Leidenschaft in mein Leben holen. Bald ist es ein dreiviertel Jahr her, dass ich mich auf diese Reise begeben habe. Viele neue Dinge sind in mein Leben gekommen. Es gab ein paar erste Male. Viele Highlights. Und ich konnte in 2019 bisher schon viel Glück, Freude und Dankbarkeit empfinden. Dadurch dass ich mich mit meinen Gefühlen beschäftige, reflektiere und diese benenne, so scheint es, empfinde ich auch stärker und in einer größeren Vielfalt als zuvor. Beinahe habe ich das Gefühl insgesamt stärker mit meinen Gefühlen verbunden zu sein. Das fühlt sich authentisch und richtig an.

Trotzdem kommt es mir vor, als hätte ich damit die Büchse der Pandora geöffnet. Denn mit Spaß, Freude und Dankbarkeit kamen auch Gefühle wie Wut, Trauer und Niedergeschlagenheit in mein Leben. 

Ich bin emotional. Damit fühle ich mich grundsätzlich wohl, doch nicht in allen Situationen oder in jeglichem Ausmaß ist dies förderlich und angemessen. Auch Emotionen anderer stecken mich stärker an als zuvor. Teilweise gehe ich stärker in die Emotion meines Gegenübers als sie oder er selbst. Wie unangenehm! Überall, so scheint es, lauern Trigger. Deshalb steht es nun auf meiner Löffeliste mich mit emotionaler Intelligenz zu befassen. Ich möchte lernen, einen geeigneten Umgang mit Emotionen zu finden; sowohl mit meinen eigenen als auch mit denen meiner Mitmenschen. 

Trotzdem bin ich froh, dass sich mein Leben von einem Balanceakt auf der Nulllinie in eine Achterbahnfahrt verwandelt hat. Ich fühle mich lebendig und erfüllt. Vielleicht gehören negative und heftige Gefühle dazu, wenn ich das Schöne erleben will? 

Mein Fazit: Ende der Stille!

In den letzten Wochen habe ich immer wieder an meinen Blog gedacht. Mir fehlte das Schreiben und ich wurde auch gefragt, wann es wieder einen neuen Beitrag geben wird. Dieser Beitrag dreht sich darum, warum es lange so still war. Im Mai und Juni habe ich festgestellt, dass mein Projekt Zwölf Dinge mir schon das gebracht hat, was ich mir von ihm erhofft habe: Ich bin glücklich. Viele Dinge sind in mein Leben gekommen, ich habe neue Erfahrungen gesammelt und meine Beziehungen gefestigt. Doch gab es deshalb keinen Grund mehr, zu bloggen? Ist das Projekt abgeschlossen?

Ganz im Gegenteil!

Zwei Dinge sind mir diese Woche klar geworden:

Zum Leben gehören Hochs und Tiefs

Auf diesem Blog wollte ich dich auf meine Reise mitnehmen. Eine Reise in ein erfülltes Leben. Dich auf meine Reise mitzunehmen sollte authentisch sein. Meine Vision war es, meine Erfahrungen zu teilen. Bisher habe ich dabei überwiegend meine Erfolge geteilt. Ich hatte das Gefühl, einen Beitrag erst verfassen zu können, wenn ich zu dem Thema etwas zu sagen hatte. Wenn ich dir im Idealfall eine Hilfestellung, eine Zusammenfassung oder Anleitung geben kann. Aber zu einer Lebensreise gehören doch bitteschön auch Misserfolge! Künftig möchte ich deshalb in kürzeren Abschnitten, kleine Ausschnitte teilen. Die Beiträge werden vielleicht auch kürzer. Dafür bist du nahezu live dabei und kannst die Entwicklung, Meilensteine und Rückschläge mitverfolgen. Hast du Lust darauf? 

Zwölf Dinge ist kein Projekt, es ist eine Lebensaufgabe

Ende Mai bis Anfang Juni habe ich mich erfüllt gefühlt. Alles in meinem Leben lief so, wie ich es mir gewünscht habe. Also entschied ich mich, diesen Zustand zu genießen. In den Monaten zuvor habe ich mich selbst angetrieben. Veränderungen entstehen nicht von allein. Jeden Tag habe ich reflektiert und jede Woche dann etwas ausführlicher. Es gab Trello-Boards und elektronische wie handschriftliche To Do Listen ohne Ende. Eine App für die Meditation, eine für meinen Wasserhaushalt und eine, die meine gegangenen Schritte misst. Zig abonnierte Podcasts, YouTube-Kanäle, Newsletter und Instagrammer. Ich gebe es zu: Ich war ein bisschen auf dem Selbstoptimierungstrip, vor dem so häufig gewarnt wird. Deshalb war ich froh, einmal locker zu lassen.  

Die Zeit habe ich auch genutzt um einmal durchzusortieren. Welche Dinge bereichern mein Leben und welche sind eine Verpflichtung? Welche Quellen inspirieren mich und welche rauben mir unnötig meine Aufmerksamkeit? Mit welchen Menschen möchte ich die wenige Freizeit, die ich aktuell habe, verbringen? Was möchte ich in der Zeit tun, die ich nur für mich allein habe? 

Der Glücksrausch ist vorüber. Nach der Reflexion bleiben mir von all den Dingen, die ich im ersten Halbjahr in mein Leben geholt habe, diejenigen über, die mich weiter bringen. Weiter wohin, fragst du dich vielleicht? Nun, das Leben geht weiter. Ich habe noch so viel vor und eines ist mir klar geworden: Glücklich zu leben, das ist im wahrsten Sinne eine Lebensaufgabe. 

Mir fehlen die täglichen Rituale. Selbstoptimierung? Daran will ich einen Haken machen. Doch Selbstverwirklichung und meine persönliche Entwicklung? Damit werde ich nie aufhören. 

Vielleicht wird es auf diesem Blog demnächst ein Make-Over geben. Meinen Urlaub im Mai konnte ich bereits nutzen, um dem Blog optisch auf die Sprünge zu helfen. Jetzt gerade frage ich mich, ob die Zwölf Dinge, die ich im Dezember ausgewählt habe, für mich noch passend sind. Vermutlich gibt es bald eine Löffelliste 2.0. Und was ist mit den Dingen, die nicht auf der Liste standen? Von denen habe ich noch nicht berichtet. Außerdem habe ich im Sommer einen Haken an den Punkt “eigenes Gemüse anpflanzen” gemacht. Dazu kann ich dir auch einiges erzählen. Definitiv auch Misserfolge. 

Es bleibt spannend. Ich melde mich bald wieder. 

 

Foto von Natasha Fernandez von Pexels

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