Wie ich haben sich auch viele von euch Vorsätze oder Ziele für das neue Jahr gesetzt. Damit gehören wir zu etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung. Das neue Jahr ist ein beliebter Stichtag um mit Veränderungen im Leben zu starten. Doch viele halten es nicht lange durch. Heute schreibe ich darüber, woran es liegen kann. Im nächsten Beitrag werde ich darauf aufbauen und dir Wege aufzeigen, wie es dir trotzdem gelingt. 

Viele nehmen sich zum neuen Jahr vor, bestimmte Aspekte ihres Lebens zu verändern. Zu den wohl häufigsten gehören die Vorsätze mehr Sport zu machen oder das Rauchen aufzugeben. Auch das Ziel ein paar Pfunde zu verlieren ist beliebt. Gerade nach den Festtagen oft ein berechtigter Wunsch. Schnell werden die Wünsche als Neujahrsvorsatz formuliert. Mit dem Start ins neue Jahr beginnt man ganz motiviert und hält es auch eine Weile durch. Doch dann – das kennt sicher jeder von euch – verfällt man genauso schnell wieder in seine alten Muster. Zumindest geht es den meisten so. Laut der SZ haben bis Ende Januar bereits zwei Drittel aufgegeben und die US News berichtet, dass es bis Mitte Februar sogar 80 % erwischt hat.

Die Berichte der Medien geben dir das Recht, jetzt ebenfalls hinzuschmeißen. Du wärst damit in guter Gesellschaft. Oder sagst du dir selbst lieber “Jetzt erst recht!”? 

Ich bin fest entschlossen, den zweiten Weg zu gehen und an meinen Vorsätzen festzuhalten. Doch trotzdem ist das manchmal gar nicht so leicht. Wieso eigentlich?

Warum es so schwer ist an seinen Zielen festzuhalten

Mit 31 Jahren habe ich selbst einige Erfahrungen mit Neujahrsvorsätzen gesammelt und ich habe auch recherchiert, was andere zurück hält. Hier ein paar Gründe, die ich identifizieren konnte. Vielleicht findest du dich darin wieder. 

Ich weiß nicht, was ich mir damit vorgenommen habe 

Meine Erfahrung ist, dass wir unsere Vorsätze oft sehr oberflächlich formulieren. “Ich möchte mehr Sport machen.” ist mein Musterbeispiel für diesen Beitrag. Das war mein Vorsatz seit ich welche fasse und ich habe ihn nie eingehalten und dieses Jahr gar nicht mehr gefasst. (Das ist übrigens nicht das Vorgehen, welches ich euch ans Herz legen möchte.) 

Nehmen wir im Folgenden an, das wäre auch in diesem Jahr mein Vorsatz gewesen.

Was meine ich mit diesem Satz? Mehr Sport als gar kein Sport? Easy! Doch wenn ich einmal die Woche 15 Minuten Sport machen würde wäre ich damit nicht zufrieden. Das kann ich euch sagen. Wie viel mehr Sport? Oder schlicht: Wie viel Sport? Das habe ich nicht formuliert. 

Was zählt für mich alles zu Sport? Nur das womit ich ins Schwitzen komme? Oder auch Spazieren gehen? Wenn Spazieren gehen nicht zählt, dann vielleicht Wandern? Was ist mit Yoga? Was ist mit Schach? Was ist mit e-Sports? Auch dazu habe ich mir keine Gedanken gemacht. 

Wie will ich die Zeit dafür aufbringen? Was wird stattdessen in meiner Freizeit nicht mehr stattfinden? Wie will ich damit umgehen, wenn ich nicht mehr so viel im Netz surfen und Netflix suchten kann? Ich habe keine Ahnung. 

Ich weiß gar nicht mehr, warum ich das überhaupt wollte

Bleiben wir bei dem Vorsatz mehr Sport zu machen und stellen wir uns vor ich hätte für mich definiert, was es bedeutet und das auch durchgehalten. Nach einigen Wochen wird mir vielleicht die Zeit fehlen, in der ich nach der Arbeit einfach nur auf dem Sofa faulenzen konnte. Vielleicht habe ich auch schon ein paar Pfunde verloren und finde meine Figur wieder ganz ok. Vielleicht bin ich krank geworden und möchte keinen Sport machen um kein gesundheitliches Risiko einzugehen. Irgendetwas ist immer. Es gibt genug Gründe an meinem Vorsatz zu zweifeln. Mir ist vielleicht gar nicht bewusst, was ich durch die Wochen mit sportlicher Betätigung gewonnen habe. Das Gras erscheint mir plötzlich grüner auf der Netflix-Wiese. Kurz: Ich habe vergessen, warum ich mir den Vorsatz überhaupt vorgenommen habe. 

Ich habe Angst davor zu versagen

Gerade beim Thema Sport fällt es mir schwer, mir vorzustellen, dass dies ein fester Bestandteil meines Lebens werden könnte. Ich war nie sportlich, hatte im Sportunterricht schlechte Noten und wurde stets als Letzte in die Mannschaft gewählt. Ich bin mit dem Satz “Mädchen können nicht fangen.” groß geworden. Das war von meinem Stiefvater nur ein Scherz doch ich habe es so oft gehört, dass ich es irgendwann geglaubt habe. Stellt euch vor: Wenn man nicht fangen kann, kriegt man irgendwann Angst vor Bällen. Damit haben sich dann ganz schnell ziemlich viele Sportarten erledigt. Aus meiner Kindheit und Jugend habe ich folgendes für mich mitgenommen: Ich bin unsportlich. Ob das nun stimmt oder nicht ist jedenfalls in meinem Kopf das Scheitern vorprogrammiert. Das ist eine sehr hohe Hürde für meinen Vorsatz. 

Ich habe keine Zeit

Ganz ehrlich: Das ist schlicht gelogen oder eine billige Ausrede. Alle Menschen haben 24 Stunden am Tag zu ihrer Verfügung. Es ist wohl eher eine Frage, wie man diese Zeit nutzt. 

Gerade am Wochenende habe ich sehr viel Zeit. Die Frage ist nur, was ich daraus mache. Ich kann ohne Probleme acht Stunden am Tag Videospiele spielen. Ich könnte auch “nur” sieben Stunden spielen und eine Stunde nutzen um meinen Zielen näher zu kommen. Vorgestern war Samstag und da habe ich genau das getan. Nach dem ich ein paar Erledigungen fertig hatte, habe ich mich gefragt, was ich als nächstes machen soll. Schnell hätte ich Origin geladen und würde das Leben meiner Sims steuern statt mein eigenes. Das hätte auch Spaß gemacht. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen Yoga zu machen und eine Schublade in meinem Bad aufzuräumen, deren Zustand mich schon länger gestört hat. Beides zusammen hat mich keine Stunde gekostet. Ich hätte dann also noch sieben Stunden spielen können. Doch was ist passiert? Einmal angefangen mit der positiven Einstellung etwas Gutes für mich und mein Leben zu tun, habe ich noch ein paar andere Dinge angepackt. Jetzt ist auch die Abstellkammer wieder aufgeräumt, sodass ich nicht jedes Mal einen Anfall kriege, wenn ich den Staubsauger heraus holen will. Das Staubsaugen habe ich dann auch direkt erledigt. Ihr lieben, ich erzähle euch das nicht um anzugeben. Ich möchte euch damit zeigen, dass oft schon ein erster kleiner Schritt reichen kann um etwas Großartiges ins Rollen zu bringen. Entscheidet euch für eine gute Sache, spürt in euch hinein, wie gut es euch damit geht, und am Ende werden es Zwölf Dinge sein, die ihr für euch getan habt. Ich glaube an euch.

Ich habe keine Lust

Ein großes Ziel von mir, welches nicht einmal auf der Löffelliste steht, ist es, mehr Sport zu machen. Im Grunde nicht schwer zu erreichen, denn ich mache im Moment gar keinen Sport. Die kleine Yoga-Einheit heute war der erste Schritt Richtung Veränderung und der erste Sport seit…. hm… September? Ich hoffe nicht, dass das stimmt, aber ich kann mich auch an keine Sporteinheit erinnern, die ich seit dem absolviert hätte. Ich könnte mir jetzt Gründe aus den Fingern saugen um zu rechtfertigen, dass ich seit – nehmen wir mal an September stimmt – fünf (!) Monaten keinen Sport gemacht habe. Fakt ist: Ich bin faul. Ja, ich gebe es zu: Auf dem Sofa liegen und Netflix schauen, Videospiele, Kochen, Essen, Schlafen, ja beinahe alles macht mir mehr Spaß als Sport. Deshalb drücke ich mich davor. In der letzten Woche war ich zum ersten Mal seit zwei Jahren richtig krank. Ihr hättet dabei sein sollen als mein Hausarzt mich gefragt hat, warum ich keinen Sport mache. “Keine Lust.”, habe ich kleinlaut geantwortet. Daraufhin habe ich den Vortrag bekommen, den so ein infantiles Verhalten zu Recht hervorgerufen hat. Mein Arzt hat es auf den Punkt gebracht: Wenn ich ein gesundes Leben führen will, brauche ich einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit. Da diese überwiegend sitzend stattfindet ist dies am besten mit Bewegung verbunden. Niemand wird mir das abnehmen können. 

Doch wie bleibt man am Ball? Im nächsten Beitrag schreibe ich über ein paar Methoden, mit denen ich schon Ziele verwirklichen konnte. 

Wie sieht es mit dir aus? Was hält dich zurück? Teile es mit mir und den anderen Lesern und hinterlasse uns einen Kommentar. 

Gute Reise uns allen!

Eure Christina

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Bild: Akkurate Hinweisschilder auf Ko Tao, Thailand – Copyright © 2017 Christina Fürtsch

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7 Comments

  1. Das frustrierende für mich am Sport (Fitness-Studio oder Joggen) ist die Quälerei, wenn ich dabei bin. Dann durchzuhalten (oder sich darauf zu freuen), fällt mir unglaublich schwer. Das positive Gefühl, die Freude, die angenehme Erschöpfung stellt sich leider erst hinterher ein.

    1. Hallo Jörch, danke dass du deine Gedanken mit mir und den anderen Lesern teilst! Vielleicht helfen dir die Techniken im nächsten Beitrag ein bisschen weiter. Ich verstehe sehr gut, wie es dir geht. Für mich ist es ebenfalls schwer, mich zum Sport aufzuraffen. Sport ist anstrengend. Das kann man auch nicht schön reden. Damit du nicht bis zum nächsten Beitrag warten musst, teile ich hier ein paar Gedanken mit dir, die mir seit gestern Abend gekommen sind. 1) Warum ist Sport für dich so eine Quälerei? Vielleicht wird dir eine andere Art des Sports mehr Spaß machen? In vielen Fitness-Studios werden Kurse angeboten. Wenn das bei dir auch so ist, probiere doch mal etwas Neues. Allein durch die Abwechslung kann es kurzweiliger werden. 2) Hast du schon einmal mit jemandem zusammen Sport gemacht? Ein mit mir befreundetes Paar geht zusammen joggen. Dabei unterhalten sie sich. Das stellt sicher, dass die Beanspruchung (Stichwort Puls) richtig ist und die Zeit vergeht wie im Flug. 3) Du schreibst, es gibt ein positives Gefühl hinterher. Kannst du dieses Gefühl für dich einfangen? Kannst du es dir jetzt gerade vorstellen, in allen Farben ausschmücken? Vielleicht kannst du dir in deinem Kopf einen kleinen Film von dem Moment danach kreieren. Mit Geräuschen und Gerüchen. Ich könnte mir vorstellen, dass es dir mit etwas Übung gelingt, so das Gefühl für dich abrufbar zu machen. Während du dich noch abrackerst. 4) Zu guter Letzt: Sport erscheint dir wie Quälerei. Du machst es trotzdem. Warum? Setze dich intensiv mit deinem Motiv auseinander. Das gute Gefühl danach ist sicher nicht die einzige Motivation. Es gibt einen größeren Sinn. Denk diesen Gedanken zu Ende und stelle dir vor, wie es dir gehen wird, wenn du in den nächsten Jahren regelmäßig Sport machst. Vielleicht hilft dir die Vision von dieser Zukunft dabei, die negativen Gedanken beim Training los zu lassen.
      Ich hoffe, bei meinen Gedanken ist etwas dabei, das dir hilft.
      Wenn nicht, mach es wie Mel Robbins: Do it anyway. Wenn die Gedanken deinen Vorsatz durchkreuzen wollen, halte inne, zähle von 5 runter und leg los bevor sich Zweifel manifestieren können.
      Ich wünsche dir viel Erfolg!

  2. Ich mag die ganzen Youtube Sachen, z. B. Yoga with adriene. Sie hat auch eine 30 Tage challenge und man muss nicht mal das Haus verlassen 🙂 ich hänge allerdings auch seit 3 Monaten bei Tag 8 😀

    1. Oh ja! Ich habe auf die Empfehlung von Susanne neulich den Channel von Mady Morrison (deutschsprachig) entdeckt und mache jetzt zwei Mal die Woche Yoga. Sie hat auch eine Challenge im Programm. 🙂
      Ich mag auch die Workours von Rachel Aust. Ich bin einfach nicht der Typ, der ins Fitness-Studio oder zu Kursen geht. Ich finde es schön, zeitlich flexibel von zu Hause zu trainieren.
      Wieso fällt es dir schwer, durchzuhalten? Vielleicht kann ich in einem der nächsten Beiträge darauf eingehen.

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