In meinem Blog geht es häufig direkt oder indirekt um das Thema Glück. Doch was bedeutet Glück? Und wie bekommt man es? 

Was ist Glück?

Nach allem, was ich bisher gelesen und selbst erfahren habe, treten wann immer jemand über Glück spricht zwei Aspekte in den Vordergrund:

Zum Einen wird Glück als ein spontan auftretender und kurzfristig anhaltender Moment einer positiven Stimmung beschrieben. Glück, so scheint es, ist etwas, das sich durch Zufall ereignet. Es wird als flüchtig beschrieben und kann weder herbeigeführt noch festgehalten werden. Jemand der etwas Positives erlebt, verleiht dem Ausdruck in dem er sagt: “Zum Glück”.

Zum Anderen wird Glück mit Zufriedenheit in Zusammenhang gebracht oder als Begriff sogar äquivalent verwendet. Zufriedenheit bedeutet mit sich selbst, seinen Mitmenschen und der Umwelt im Reinen zu sein. Man hat an nichts etwas auszusetzen und ist mit der Gesamtsituation einverstanden. 

Für mich standen diese zwei Aspekte lange in einem Gegensatz zueinander und heute verstehe ich auch, warum. Seit Jahren strebe ich nach Glück, ohne dass ich je konkret beschreiben konnte, was ich damit meinte. Vor einiger Zeit wies mich ein damaliger Freund darauf hin, dass Glück kein erstrebenswertes Ziel sei. Es wäre kurzfristig und nicht von langer Dauer. Viel entscheidender sei es dagegen, Zufriedenheit zu erlangen. Ich weiß noch, dass mich diese Äußerung seiner Zeit sehr in Rage gebracht hat. Zufriedenheit stand in meinem Weltbild für Stillstand, dafür sich mit etwas abzufinden. Mit der Gesamtsituation zufrieden? Das bedeutete für mich in erster Linie, dass jemand aufgegeben hat. “Sich mit etwas zufriedengeben” war der einzige Kontext, in dem ich das Wort sah. Das “geben” stand auch dafür, vorzuspielen, was gar nicht wahr ist, und mir schauderte davor. Gleichzeitig wollte ich meinen Kritiker greifen und schütteln. Glück war für mich ein höherwertiges Gefühl. Sich selbst die Chance darauf zu nehmen in dem man sich zufriedengibt und hinnimmt, dass man das Glück nicht beeinflussen und nicht halten kann, das erschien mir verrückt. 

Heute denke ich, wir hatten beide Recht und ebenso Unrecht. Mein Gegenüber verknüpfte mit meinem Wunsch nach Glück das ewige Jagen nach dem nächsten flüchtigen Moment. Ich verstand sein Streben nach Zufriedenheit als Aufgeben und Stillstand. Gemeint haben wir beide – so denke ich heute – das Gleiche: Glück als einen dauerhaft währenden Zustand der Zufriedenheit und Glückseligkeit, als Frieden mit der Umwelt, unseren Mitmenschen wie mit uns selbst und als Ausgeglichenheit und Ruhe. Ich bin sicher, hätten wir das damals schon genauso gesehen, wären wir uns auch bezüglich des Strebens danach einig gewesen.

Wie kommt man zum Glück?

Die Suche nach dem vierblättrigen Kleeblatt

Nicht nur heute am St. Patricks Day sondern auch auf Glückwunschkarten und Geschenkpapier sieht man es häufig: das Kleeblatt. Hat es für die Christen zu Zeiten von St. Patrick noch die Dreifaltigkeit symbolisiert, kennen wir heutzutage überwiegend die vierblättrige Variante, nämlich als Symbol für Glück.

Ich erinnere mich, wie wir als Kinder die Wiesen nach dem vierblättrigen Kleeblatt abgesucht haben. Eine Seltenheit, deren Fund nach unserem Aberglauben Glück bringen sollte. Wir haben meistens keines gefunden und dann aus zwei anderen Blättern eines gebastelt. Man kann sich sein Glück eben doch selbst schmieden. 

Die Suche nach dem Kleeblatt hätte jedoch auch anders ausgehen können. Stellt euch vor, eine von uns Freundinnen hätte das Blatt gefunden. Dann hätte sie Glück gehabt und die anderen nicht. Glück, so erscheint es uns häufig, ist wie dieses Kleeblatt: Es ist begrenzt vorhanden und jederzeit kann es passieren, dass einem jemand das Glück vor der Nase wegschnappt. Aus diesem Glauben entstehen Neid, Missgunst und Eifersucht.

Glaubt man daran, dass das Glück etwas flüchtiges ist, dass einem zufällig zufliegt, kann dies sogar zu Depressionen führen. Auf der großen weiten Wiese gibt es so viele Kleeblätter. Wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit ein Vierblättriges zu finden. Das ist doch reiner Zufall. Warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen und auf die Suche gehen?

Glück ist nichts, was man sich gegenseitig wegnehmen kann. Es ist nicht begrenzt. Vielmehr ist es so, dass man sein Glück sogar mit anderen teilen kann ohne das man dadurch zurücksteckt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein eigenes Glücksgefühl dadurch noch steigt. 

Doch was ist mit dem anderen Gedanken: Kann man Glück durch eine aktive Suche finden?

Wir haben die Wahl

Ein Bekannter hat mich kürzlich auf einen interessanten Gedanken gebracht. Er wird häufig gefragt, warum er stets eine positive Ausstrahlung hat und sich selten durch etwas aus der Ruhe bringen lässt, und sagte “Happiness is a choice.”. Wir können uns dazu entscheiden, glücklich zu sein. 

Das Streben nach Glück ist für die Menschheit ein großes Thema und das nicht erst heute in Zeiten des ganzen Hypes um Selbsthilfe, Selbstliebe und Selbstoptimierung. In der Philosophie ist es ein eigener Zweig. Es gibt mittlerweile unzählige Studien zum Glück. Die Psychologie umfasst den Bereich der positiven Psychologie, zu welchem auch die Glücksforschung gehört. 

Wenn man Glück studieren kann, dann kann man es auch lernen. Die Suche nach dem Glück ist für mich kein Hirngespinst mehr, sondern eine ernst zu nehmende Aufgabe.

Doch eines musste ich zuerst begreifen: Glück ist kein Zufall. 

Menschen, die Glück als etwas sehen, was ihnen zufällig widerfährt oder eben nicht, attribuieren die positiven Erfahrungen extern. Das führt meiner Meinung nach jedoch dazu, dass sie ihr Befinden aus der Hand geben. Wenn sie dem Glauben erliegen, man könne Glück nicht herbeiführen, dann befreit sie das von der Verantwortung eben das zu tun, doch in erster Linie nehmen sie sich selbst die Chance dazu.

Mehr noch höre ich von Menschen, die so denken, häufig die Behauptung, sie hätten immer Pech und den anderen würde alles einfach zufliegen. Für mich ist Glück etwas, das man suchen und finden kann. Jeder psychisch gesunde Mensch kann sein Leben selbst in die Hand nehmen. Ihr könnt eure Gedanken ebenso wie eure Handlungen beeinflussen. Die Mischung aus einer positiven Einstellung und den richtigen Aktionen hilft euch, genau das zu erreichen, was ihr euch wünscht. Jeder kann ein glückliches Leben führen. 

Wie man den Kompass auf Glück ausrichtet

Wer einmal verstanden hat, dass sein Glück nicht vom Zufall, dem Schicksal oder dem Universum abhängig ist, wird seine Mitmenschen und seine Umwelt anders wahrnehmen. Denn unser Gehirn funktioniert wie ein Filter. Wenn ich glaube, dass ich das Glück finden kann, dann werde ich die Chancen darauf auch wahrnehmen. Ich erwarte, dass mir etwas Glückliches widerfährt. Ich rechne damit meine Träume und Wünsche zu erfüllen. Ich bin optimistisch. 

Stellt euch vor, ihr geht durch die Welt und erwartet, dass euch etwas Gutes passieren wird. Wie werdet ihr auf Chancen reagieren? Werdet ihr sie nutzen? Wie werdet ihr mit euren Mitmenschen umgehen? Werdet ihr sie gut behandeln? Wenn ihr mit einer positiven Einstellung durchs Leben geht und optimistisch seid, kann es dann überhaupt noch anders kommen? Ist das Glück nicht vorprogrammiert?

Forscher haben herausgefunden: Genau so ist es. Glück ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wir sind so glücklich, wie wir uns fühlen, und Glück zieht Glück an. Wer optimistisch ist, wird eher das Positive in einer Situation sehen, mit negativen Erfahrungen anders umgehen und ist stärker geneigt, Chancen wahrzunehmen, etwas Neues zu probieren und zu wachsen. So zeigt diese Untersuchung den Zusammenhang zwischen Optimismus auf der einen Seite und Erfolg, der Qualität unserer Beziehungen und Gesundheit auf der anderen. 

Halten wir fest: Optimismus lohnt sich, denn wer an das Glück glaubt, wird es auch erfahren. Psychologe Martin Seligman konnte feststellen, dass optimistische Verkäufer mehr Abschlüsse machen, und andere Forscher zeigten, dass sogar der Einsatz von Glücksbringern oder bestimmten Ritualen das Ergebnis einer Situation positiv beeinflussen können.

Meiner Meinung nach beweisen alle diese Studien eins: Glück ist eine Frage der Einstellung. 

Richard Wiseman hat als Psychologe jahrelang das Glück erforscht. Seine Arbeit “The luck factor”, welche ein Klassiker und absolut lesenswert ist, beschreibt vier Gründe, warum glückliche Menschen mehr Glück haben. Ich fasse diese für euch zusammen:

  • Glückliche Menschen bemerken, kreieren und nutzen mehr Chancen. 
  • Glückliche Menschen verlassen sich bei Entscheidungen auf ihre Intuition.
  • Glückliche Menschen erschaffen mit ihren Erwartungen sich selbst erfüllende Prophezeiungen.
  • Glückliche Menschen haben eine unverwüstliche, positive Einstellung. 

Ich bin noch nicht angekommen, doch die Erkenntnisse aus der Forschung und Freunde, die positive Grundeinstellungen und Optimismus vorleben, helfen mir ungemein. Ich entscheide mich dafür, glücklich zu sein. 

Gute Reise uns allen und happy St. Patricks Day!

Eure Christina

P.S.: Wollt ihr noch mehr zum Thema lesen? Dann kann ich euch das Buch “The happiness advantage” von Shawn Achor empfehlen in dem weitere Studien untersucht und zu lehrreichen Praxistipps zusammen gefasst werden.

Bild von Kathleen Bergmann auf Pixabay

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.